Das Eiskar

Begehung am 2.7.2020

Fast genau einen Monat nach der ersten Begehung des Eiskargletschers im Jahr 2020 erfolgt der zweite Lokalaugenschein. Die Witterungsverhältnisse im Juni sowie der schon Ende Mai sehr kompakte Schnee ließen eine im Vergleich zu den Vorjahren geringere Abnahme der Schneehöhe hoffen. Die Schneehöhensondierungen im östlichen Gletscherteil brachten jedoch relativ ernüchternde Ergebnisse.  Binnen eines Monates hatte die Schneehöhe in diesem Bereich des Gletschers um rund 3m und damit mehr als im Mittel der letzten Jahre abgenommen.

 

Dieser Bereich des Gletschers wird im Winter im Regelfall nicht von Lawinen erfasst. Dadurch ist die Schneedichte hier relativ gering und bei einer maximalen Schneehöhe von rund 4m waren die Schneehöhensondierungen in diesem Teil des Gletschers rasch abgeschlossen.

 

Blick von Osten über den Eiskargletscher. Nur im östlichen Gletscherteil zeigen sich schon ein paar kleine apere Stellen
Blick von Osten über den Eiskargletscher. Nur im östlichen Gletscherteil zeigen sich schon ein paar kleine apere Stellen

Am Eisscheitel zeigte sich dann ein gänzlich anderes Bild. Trotz unserer über 12m langen Lawinensonde schafften wir es an mehreren Messpunkten nicht auf den Eis- bzw. Firnhorizont zu gelangen. Dabei waren die Sondierungsarbeiten aufgrund des teils sehr kompakten Lawinenschnees extrem anstrengend.

 

Leider konnten wir nur an einer Stelle einen Vergleich zur Schneehöhe Ende Mai herstellen, denn das damalige Sondierungsteam hatte es scheinbar nicht geschafft eine damals in rund 8m Tiefe liegende Eislinse mit der Lawinensonde zu durchstoßen.

 

Auch im Bereich der gesamten Gletscherzunge lag die Schneehöhe an den einzelnen Sondierungspunkten Anfang Juli 2020 durchwegs über 12m! Auch hier hat Ende Mai 2020 eine massive Eisschicht in etwa 8m Tiefe die Eruierung der tatsächlichen Schneemächtigkeit unterbunden.

 

Die extremen Schneefälle im November 2019 und die darauf folgenden mächtigen Lawinenabgänge aus der Oberen Kellerwand auf den Gletscher haben für diese außergewöhnlich hohen Schneehöhen gesorgt, welche in den letzten 10 Jahren nur vom Rekordjahr 2014 übertroffen wurden.

 

Blick durch den Trog der mit teils über 12m mit Schnee gefüllten Gletscherzunge hinauf zum Wandfuß
Blick durch den Trog der mit teils über 12m mit Schnee gefüllten Gletscherzunge hinauf zum Wandfuß

In den höchsten Bereichen des Gletschers am Wandfuß liegt wieder deutlich weniger Schnee, da sich hier bis auf wenige Stellen kaum nennenswerter Lawinenschnee ablagert. Aber auch in diesem Bereich dürfte zumindest unmittelbar am Wandfuß ein Scheesaum den Sommer überdauern.

 

In Summe ist die Ausgangslage für den restlichen Sommer extrem erfreulich. Besonders im Bereich des Eisscheitels sowie der Gletscherzunge ist damit zu rechnen, dass die Schneehöhe auch im Herbst noch mehrere Meter betragen wird.

 

Blick von der 1850er Moräne zum höchsten Punkt des Gletschers, im Vordergrund rechts das ZTeam beim Schneehöhesondieren
Blick von der 1850er Moräne zum höchsten Punkt des Gletschers, im Vordergrund rechts das ZTeam beim Schneehöhesondieren

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