28.2.2026
Mit dem Auto geht es über Tarvis auf den Predilpass und auf der slowenischen Seite hinab bis kurz vor dem Ort Log pod Mangartom linker Hand eine kleine Straße abzweigt (Hinweistafel Koritnica). Dieser zunächst asphaltierten Straße folgt man über knapp zwei Kilometer bis zu einem Schranken (Parkmöglichkeit). Bis hierher wird die Straße im Winter oftmals geräumt.
Jetzt geht es mit den Schiern am Forstweg weiter taleinwärts (Norden). Nach knapp über 2 Kilometern endet der Fahrweg bei einer Alm (~900m) und geht in einen Karrenweg über. Dieser zieht nun durch den Wald in mehreren Kehren höher zur Lovska Koča (~1090m). Hier gelangt man in freies Gelände. Im Sinne des Sommersteiges wandert der Schibergsteiger nun entlang des Baches (linke, westliche Bachseite) talein. Je nach Schneelage quert man dann aber in das Bachbett und steigt dann über einen mit Latschen bewachsenen Hang (gute Schneelage notwendig!) höher. In rund 1300m legt sich das Gelände etwas zurück und in nordöstlicher Richtung öffnet sich ein weites Kar. Diesem folgt man nun gemütlich höher.
Je nach Schneelage und Schneeverhältnissen hat man nun zwei Möglichkeiten um eine Steilstufe zu überwinden.
Variante 1:
Man hält sich in rund 1400m links (Nordwesten) und steigt über einen steilen Wiesenhang (über 35°) zu den sperrenden Felsen auf und quert dann nach rechts bis zu einer Rinne. Durch die Rinne (kur an die 40°; ev. Steigeisen) gelangt man in den oberen, weiten und wieder deutlich flacheren Karbereich. Je nach Schneeverhältnissen geht es nun wieder mit Schiern oder sonst mit Steigeisen in nördlicher Richtung bis zum Beginn einer auffallenden Rinne (~2080m) aufwärts.
Variante 2:
Man folgt dem unteren breiten Karteil in nordöstlicher Richtung aufwärts, bis das Gelände in knapp über 1800m deutlich steiler wird. Jetzt heißt es die Steilstufe im Bereich des Sommersteiges in nördlicher Richtung zu überwinden. Bei guter Schneelage kann man eine steile Rinne (knapp über 40°, Steigeisen) für den Aufstieg nutzen. Bei schlechter Schneelage können die Stahlseile des Sommersteiges die Überwindung der Steilstufe erleichtern. In rund 1900m legt sich das Gelände deutlich zurück und man kann durch das jetzt wieder weiter Kar in nordwestlicher Richtung bis zum Beginn einer auffallenden Rinne (~2080m) aufsteigen.
Die knapp über 40° steile Rinne leitet über rund 40 Höhenmeter zu einer sperrenden Felswand (Schidepot). Die letzten Höhenmeter geht es zu Fuß (Steigeisen) durch die Rinne (Stahlseil) hinauf in die Scharte.
Die Abfahrt erfolgt über eine der beiden Aufstiegsrouten, wobei man je nach Schneelage oberhalb der Lovska Koča ein wenig variieren und ev. auf den östlichen Karteil ausweichen kann.
Diese lange und alpine Tour ist besonders im Spätwinter in schneereichen Wintern empfehlenswert. Das Koritnicatal liegt Anfang März noch fast den ganzen Vormittag im Schatten des mächtigen Jalovec. Dadurch findet man auch am Forstweg trotz der geringen Höhenlage noch relativ lange Schnee. Ab der Lovska Koča braucht es eine satte Schneeunterlage. Denn sonst werden das steinige Bachbett sowie die Latschenhänge dazwischen zu einem Hürdenlauf. Die Latschen sollten idealerweise komplett vom Schnee zugedeckt sein. Dies ist aber nur in überdurchschnittlich schneereichen Wintern der Fall. Die Überwindung vom unteren in den oberen Karteil erfordert absolut sichere Verhältnisse sowie sehr gute alpinistische Fähigkeiten. Sicheres Bewegen in steilem und felsigem Gelände mit Schiern und mit Steigeisen ist hier eine Grundvoraussetzung. Der obere Karteil ist dann wieder deutlich leichter zu gehen. Die Rinne hinauf zur Scharte ist nochmals sehr steil und die letzten Meter zum Kamm erfordern sicheres Klettern im I. bzw. II. Schwierigkeitsgrad.
Wer diese lange Tour in Angriff nimmt, sollte nicht zu spät starten! Denn die Latschenhänge oberhalb der Lovska Koča müssen noch tragfähigen Schnee aufweisen. Gleichzeitig gilt es aber abzuwägen, ob bei einer Abfahrt über die Variante 2 die Hänge unterhalb der Steilstufe bereits auffirnen.
In Summe ist ein Aufstieg zur Forcella Sagherza eine unvergessliche alpine Unternehmung, welche neben technischen Herausforderungen unglaubliche landschaftliche Reize aber auch wunderbares Schigelände bietet.












