25.7.2010, 7.9.2025
Mit dem Auto geht es von Kötschach- Mauthen aus über die Plöckenpassbundesstraße bis zum Friedhof aus dem 1. Weltkrieg. Dort nach rechts dem Hinweisschild Valentinalm folgen. Eine Schotterstraße leitet bis zum Gasthaus (1205m, Parkplatz).
Von der Unteren Valentinalm folgt man zunächst dem Forstweg und dann einem Steig in angenehmer Steigung nach Westen aufwärts ins Valentintal zur Oberen Valentinalm (1540m). Nun über schöne Wiesen weiter durch das sogenannte Hochtal ständig an Höhe gewinnend bis aufs Valentintörl (2138m). Im Hochtal liegt meist den ganzen Sommer über noch Schnee, der Steig aufs Törl ist aber etwa ab Juli schneefrei.
Um vom Törl zum Fuße der Nordwand der Hohen Warte zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man steigt kurz Richtung Westen (Wolayer See) ab um gleich darauf wieder nach links (Süden) aufzusteigen, oder man folgt einem mit Stahlseilen gesicherten Weg über den Valentinkopf zum ausgeprägten Schuttfeld unter der Nordwand. In mehreren Serpentinen führt der Steig nun durch das Schuttfeld aufwärts. Für den Koban- Prunner- Weg (Klettersteig B, ungesicherte Stellen bis etwa II Schwierigkeitsgrad) quert der Bergsteiger knapp unter einem markanten Steinblock (Wegweiser) nach links (Südosten) und gelangt so an den Wandfuß. Zu Beginn verläuft der Steig ungesichert über Platten und Risse höher. Im weiteren Verlauf finden sich an den schwierigsten Stellen Stahlseile vor, jedoch sind diese durchaus sparsam angebracht. Aus diesem Grund gilt es auch besonders auf gelben Markierungen zu achten, um den Weg nicht zu verlieren. In etwa 2500m wird ein Schuttkar nach Westen gequert, wo man auf den Weg der 26er (Klettersteig D) trifft, welcher ebenfalls vom Valentintörl in direkter Linie Richtung Hohe Warte zieht. Von hier führt der weitere Aufstieg zum Nordwestgrat, welcher fast durchgehend mit Stahlseilen versichert ist. Die Schwierigkeit wird in diesem Bereich meist mit B bewertet, eine steile Rinne knapp unter dem Grat stellt die größte Herausforderung dieses Abschnittes dar. Am Grat angekommen wendet man sich nach links und steigt in mehreren Aufschwüngen (fast durchgehend versichert) bis zum Gipfel auf. Knapp vor dem Gipfel ist ein Stück Felsen abgebrochen, wodurch eine „B“-Stelle zu einer „C“-Stelle wurde (Stand Herbst 2025).
Der Abstieg erfolgt entweder über die Aufstiegsroute oder deutlich länger dafür leichter über den Wolayer See. Zunächst verläuft der Steig durch den felsigen Gipfelaufbau talwärts, bis man in etwa 2600m in ein Schuttkar gelangt. Durch dieses geht es weitere 300 Höhenmeter abwärts bis zu einer unscheinbaren Weggabel. Hier hält sich der Wanderer rechts (Südwesten) und steigt weiter zu einer markanten karstigen Verebnung ab (weitere Wegkreuzung). Sich neuerlich rechts (Westen) haltende wandert man über schöne Wiesen weiter, bis man zum Beginn einer markanten Steilstufe gelangt, von welcher bereits das Rifugio Lambertenghi Romanin knapp unter dem Wolayer Pass eingesehen werden kann. Über steile teils felsige und ausgesetzte Hänge steigt man in weiterer Folge (nur vereinzelt finden sich Sicherungen vor) bis auf eine Höhe von etwa 1860m ab. Dann quert man kurz unter der Südflanke der Seewarte (Achtung: Bis weit in den Sommer hinein liegt hier ein steiles Schneefeld) zum breiten Weg, welcher von Collina zum Refugio führt und wandert auf diesem vorbei an der italienischen Schutzhütte zum Wolayer Pass (1974m). Wer will kann jetzt bei der Wolayerseehütte einen kurzen Einkehrschwung machen. Vom See heißt es dann in östlicher Richtung zurück hinauf zum Valentintröl (2138m) anzusteigen. Von dort geht es auf der Aufstiegsroute zurück ins Tal.
Als Tagestour ist die Hohe Warte sehr lange und erfordert neben ausgezeichneter Kondition auch Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit sowie sicheres Steigen und Klettern bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad. Der Koban- Prunner- Steig ist ein klassischer alter Felsensteig. Nur die schwierigsten Passagen sind mit Stahlseilen gesichert. Zwischendurch muss man viel in steilem und felsigen Gelände steigen bzw. klettern. Ein Abstieg über die Aufstiegsroute ist nur erfahrenenBergsteigern zu empfehlen. Der Rückweg über die italienische Seite und den Wolayer See ist zwar leichter aber deutlich länger und man muss nochmals mit mindesten 300 zusätzlichen Höhenmetern rechnen. Dann besteht jedoch die Möglichkeit auf der Wolayerseehütte zu übernachten.
Wer es auf die Hohe Warte schafft, wird mit einem traumhaften Rundumblick belohnt. Im Süden ist bei klarer Sicht das Meer zu erkennen, im Osten zeigt sich in fast 150km Entfernung die Petzen. Im Norden reihen sich die Größen der Hohen Tauern von Hochalmspitze über Sonnblick, Glockner und Großvenediger aneinander. Im Westen reicht der Blick bis zur Wildspitze und im Südwesten zeigen sich unzählige Dolomitengipfel.
Bzgl. Ausrüstung darf man nicht vergessen, dass der Gipfel der Hohen Warte fast 2800m hoch ist. Haube und Handschuhe können auch im Sommer notwendig sein. Außerdem braucht es ausreichend Trinkwasser, denn ab der Valentinalm gibt es keine Quelle mehr. Für den Klettersteig ist ein Helm empfehlenswert. Ein Klettersteigset ist auch empfehlenswert, gerade dann, wenn man die Aufstiegsroute auch wieder im Abstieg in Angriff nehmen möchte.
















