Gerhard Hohenwarters  Berg- und Schitourenseite

 

 

16.9.2021 Retschitzalm, Jöchlkopf und Hinterm Hap (Schobergruppe)

Eigentlich hatte ich im Vorfeld geplant nach dem Bergwettertag mit den angehenden Bergwanderführeren nach Lienz weiter zu ziehen.

Aber ersten kommt es anders und zweitens als man denkt.

Denn wenige Tage zuvor hatte ich von KroneTV einen Anruf erhalten, ob ich vor oder während der Glocknertour von Andreas Gabalier für ein Interview zur Verfügung stehen würde.

Zufälliger Weise fiel das genau in die Zeit, als ich sowieso in Heiligenblut war.

Also hängte ich einfach einen Tag an und bevor es zum Interview auf die Franz Josefs Höhe ging, unternahm ich in den frühen Morgenstunden noch schnell eine Bergtour.

Nachdem ich öffentlich angereist war, musst ich direkt im Ort Heiligenblut starten und so fiel meine Wahl auf die Retschitzalm. Diese herrliche Hochalm liegt in der nördlichen Schobergruppe und ist vom Mölltal aus über einen Rakentsteig zu erreichen. Der Abstieg erfolgt über das Gössnitztal.

Das kurze Interview zur Gabelierglocknertour artete dann in eine umfassende Wetterberatung aus, aber das ist eine andere Geschichte!

15.9.2021 Strasskopf

Ist es nicht wunderbar, wenn man Beruf, Berufung und Hobby miteinander verbinden kann?

Ich bin begeisterter Bergsteiger und auch leidenschaftlicher Meteorologe.

Durch meine Wetterseminare kann ich diese beiden großen Leidenschaften miteinander verbinden.

Dieses Mal war ich als Ausbildner für angehende Bergwanderführer hoch über dem Mölltal am Strasskopf unterwegs.
Diese einfache Wanderung in der südlichen Schobergruppe bietet herrliche Ausblicke zu den Lienzer Dolomiten.

Da man sich beim Aufstieg die längste Zeit in freiem Gelände bewegt, ist diese Tour auch perfekt geeignet um das Wetter zu beobachten.

Wie verändern sich die Wolken, wie schwierig ist es die Windrichtung abzuschätzen. Und was ist vor einer Tour überhaupt zu bedenken.


Dieses Wissen ist nicht nur für angehende Bergwanderführer interessant, sondern auch die erfahrenen Ausbildner hören gerne zu :-)

11.9.2021 Eiskargletschermessung

Jedes Jahr geht es Anfang September hinauf in die Kellerwand hoch über Kötschach-Mauthen um den südlichsten Gletscher Österreichs zu vermessen. Der einzige Gletscher der Karnischen Alpen ist seit mittlerweile 30 Jahren Teil des Gletschermessprogramms des ÖAV.

Rund 20 Jahre lang hat mein Vater die Messungen übergehabt, seit etwa 10 Jahren bin nun ich für die Durchführung der Messungen hauptverantwortlich.

Die klassischen Längenmessungen führt meist noch immer der Senior durch.

Als Klimatologe interessiert mich aber auch die Massenbilanz. Aus diesem Grund haben wir schon vor über zehen Jahren Schneepegel ins Eis eingebohrt, messen mit Lawinenensonde regelmäßig die Schneehöhe und graben im Herbst einen Schneeschacht. Sofern noch Schnee liegt.

Die Auswertungen der heuer durchgeführten Messungen laufen noch.

Eines lässt sich aber schon jetzt sagen:

Das Jahr 2021 hat dem Eiskargletscher sehr gut getan!

8. und 9.9.2021 Wetterseminar am Hochkönig

Vor knapp einem Jahr kam die Idee auf, am Hochkönig ein Wetterseminar abzuhalten.

Vor etwas mehr als drei Monaten habe ich mit Roman, dem Hüttenwirt am Matrashaus, welches direkt am Gipfel des Hochkönigs steht, den Termin fixiert.

Knapp drei Wochen vor dem Wetterseminar waren alle 10 Plätze ausgebucht.

Etwa eine Woche vor dem Seminar hat sich abgezeichnet, dass das Wetter schön werden würde.

An den beiden Seminartagen wurden wir schließlich von traumhaftem Spätsommerwetter begleitet. Was für ein Glück.

Ich bedanke mich bei den motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihr wart wirklich super.

Dank euch und der Unterstützung von Roman wurde dieses erste zweitägige Wetterseminar zu einem vollen Erfolg!

6.9.2021 Raggaschlucht

In Kärnten laufen in dieser Woche gerade die "Umsteigetage".

Das heißt eine ganze Woche lang kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis benutzen.

Wir haben das gleich gemacht und sind mit dem Rad zum Zug, mit dem Zug nach Mallnitz und mit dem Bus nach Flattach zur Raggaschlucht gefahren.

Von der Busstation Flattach/ Raggaschlucht ist man in wenigen Minuten beim Eingang zur beeindruckenden Klamm.

Dort führen Steganlagen eigentlich recht tief drinnen in der schmalen Schlucht aufwärts. Das Wasser strömt über Stromschnellen, kleinere Wasserfälle und durch Wasserkolke tösend talwärts.

Am Ende wartet dann ein knapp über 10 Meter hoher Wasserfall, ehe es steil aus der Schlucht hinaus und über einen Fahrweg hinunter zum Ausgangspunkt geht.

Zurück nach Hause fuhren wir wieder mit Zug, Bus und Rad.

2. und 3.9.2021 Nationalpark Akademie

Anfang September hatte ich die große Ehre zusammen mit Prof. Gerhard Lieb, einem der größten Gletscherexperten Österreichs und  Leiter des Gletschermesspogramms des Österreichischen Alpenvereins,  für die Nationalpark Akademie ein zweitägiges Seminar zum Thema Gletscher und Klima zu gestalten.

Nach einem "Theorietag" im Haus der Steinböcke in Heiligenblut ging es am zweiten Tag zum Praxistest hinaus in die Natur.

Bei traumhaftem, fast schon kitschigem Wetter wanderten wir der Pasterze hinterher.

Von ihrer einstigen Stirn beim Glocknerhaus ging es vorbei am Margaritzen- und Sandersee hinauf zum neu entstandenen Pasterzensee.

Es ist unglaublich, wie weit sich die Pasterze in den letzten 170 Jahren zurückgezogen hat.

Gleichzeitig ist es aber auch faszinierend zu beobachten, wie rasch die Vegetation die eisfreien Flächen in Besitz nimmt.

Ich bedanke mich bei den Teilnehmern und bei meinem Co-Referenten für dieses wunderbare Seminar!

1.9.2021 Ponza Grande oder wie ein Weg im Nichts endet

Was für ein traumhafter Tag!

Die Julischen Alpen locken mit herrlichem Wetter.

Aus meinem Ziel, der Veunza, wird aber nichts, denn nach einer Stunde Zustieg findet man im Strugova-Kar plötzlich den Hinweis, dass der Klettersteig "Via della Vita" unpassierbar ist.

Ersatzprogramm: Ponza Grande.

Aber auch bei der Zacchi Hütte ein Schild: "Ponza Grande gesperrt"

Ich will mir die Sache genauer anschauen und komme ohne Probleme über den Klettersteig bis auf den Gipfel.

Beim Abstieg am "Normalweg" dann aber plötzlich das Ah-Erlebnis:
Da fehlt ein ganzer Gratturm samt Weg! Links und rechts geht es unverschämt steil hinunter.

Ich probiere. Überlegen. Suche im Rucksack nach einer Reepschnur.

Dann siegt aber die Vernunft und es geht über den Klettersteig zurück.

30.8.2021 Feldkofel und Sattlernock (Bleiberger Erzberge)

Heute ging es endlich wieder einmal ohne Auto hinauf in die Berge. Da das Wetter nicht so prickelnd war, musste es auch kein hoher Berg sein.

Also fuhr ich mit dem Rad von Villach nach Bad Bleiberg bzw. zur Kirche in Bleiberg Nötsch.

Zu Fuß ging es dann in steiler Linie hinauf zum Feldkofel.

Dieser bietet wohl die schönste Aussicht über das Bleiberger Hochtal.

Für alle Genussmenschen finden sich in einem alten Bergwerksstollen unmittelbar unterhalb des Gipfelkreuzes ein paar Getränkedosen samt Spendenbox.

Zurück ins Tal wanderte ich über den Sattlernock nach Bleiberg Nötsch und dann ging es mit dem Rad wieder nach Villach.

Vielleicht werden solche Touren samt öffentlicher Anreise interessanter, wenn es das 1-2-3- Ticket gibt. Eine höhere Taktung würde dabei natürlich auch nicht schaden.

29.8.2021 Lamatrekking

Als Kontrastprogramm zu meinen sonst oft doch recht flotten Touren ging es heute einmal mit der Familie richtig gemächlich durch die Landschaft.

Nämlich mit den Lamas von Rudi von lamatour.at in Sonnwiesen hoch über dem Drautal.

Nachdem jeder sein Lama bekommen hatte, wanderten wir durch Wald und über Wiesen bis zur Buschenschank Stanahof.

Das Wandern mit den Lamas ist dabei eine eigene "Wissenschaft".

Zuerst muss einmal die richtige Rangordnung hergestellt werden. Denn wenn ein Lama nicht vor einem anderen Lama gehen will, dann hilft alles Ziehen nicht.

Wenn das einmal klappt,  dann geht es aber in gemütlichem Tempo höher.

Hin und wieder braucht es für eine Toilettenpause oder einen kurzen Snake eine kleine Pause.

In Summe ist es ein wunderbares Wandern mit Tieren :-)

25.8.2021 Weinschnabel (Überschreitung)

Weit, weiter und noch weiter!

Der Weinschnabel ist eigentlich ein recht gemütlich zu erreichender Gipfel hoch über der Kölnbreinsperre direkt am Alpenhauptkamm.

Zumindest dann, wenn man den Standardan- und -abstieg über die Marchkarscharte wählt.

Wer nicht den gleichen Weg hinauf und hinunter gehen möchte, der hat die Möglichkeit den Weinschnabel zu überschreiten. Der Rückweg durch das Kölnbrein- und Wastlkar ist jedoch sehr lange. Landschaftlich ist die Route sehr reizvoll,  denn man bewegt sich fernab von den Touristenströmen in einer herrlichen Bergwelt am Übergang zwischen den einstigen Gletschern und den Hochalmen.

Man sollte jedoch ausreichend Zeit mitbringen. Und auch die Sicht sollte gut sein. Denn wer bei Nebel die teils alten Markierungen im Kölnbreinkar verliert, der ist im wahrsten Sinn des Wortes verloren!

19.8.2021 Pirknerklamm Klettersteig

Klettersteige mit Kindern?

Geht das?

Ist das sinnvoll?

Wie bei so vielen Dingen im Leben hängt es von zahlreichen Faktoren ab.

Einerseits einmal davon, wie sicher sich die Kinder in felsigem Gelände bewegen.

Dann natürlich auch, ob die Kinder verantwortungsbewusst handeln.

Denn in einem Klettersteig muss ich mich als Vater total darauf verlassen können, dass die Kinder beim "Umhängen" immer einen Karabiner im Stahlseil lassen.

Aber das ist Übungssache. Für Eltern und Kindern.

Wenn man dann auf einem Klettersteig wie der Pirknerklamm unterwegs ist und sieht, mit welcher Freude sich die Kinder bewegen, dann weiß man, ja Klettersteig und Kinder das passt zusammen.

Wir haben es in vollen Zügen genossen und die Kinder auch.

Der Klettersteig selbst macht Spaß, hat nur einen kurzen Zustieg und durch die Nähe zum Wasser ist es auch im Hochsommer angenehm kühl.

Man darf sich deshalb jedoch nicht wundern, wenn man in der Klamm nicht alleine unterwegs ist. Es gibt aber immer wieder Punkt, wo man andere vorlassen kann.

Deshalb ist dieser Klettersteig absolut lohnenswert.

Wer mit Kindern gerne Klettersteiggehen ausprobieren möchte, sollte aber mit leichteren Steigen (z.B. Kirchensteig in Oberdrauburg oder den Übungssteigen am Kanzianiberg bei Finkenstein am Faaker See) starten.

15.8.2021 Schimanberger Höhe und Hochwarter Höhe

Habe ich schon einmal erwähnt, dass Schwarzbeeren bei uns in der Familie einen extrem hohen Stellenwert haben?

Mittlerweile muss man schon auf gut 1500m und noch höher hinauf um Schwarzbeeren zu finden.

Die Schimanberger Höhe ist als Bergtour nicht gerade bekannt. Vom Gitschtal aus muss man zunächst lange durch den Wald aufsteigen. Auch ist der Weg vorübergehend nicht markiert. Und auch vom Gailtal aus ist der Zustieg zu Beginn nicht allzu prickelnd.

Aber wenn man dann einmal oben ist, kann man sich an der Aussicht kaum satt sehen und von den Schwarzbeeren kaum satt essen.

Der breite almige Höhenrücken zwischen Gail- und Gitschtal erinnert an ein norwegisches Fjell und lädt  dazu ein seine Seele baumeln zu lassen.

Wer zur richtigen Zeit dort oben unterwegs ist, kann auch gratis Superfood in Form von Schwarzbeeren konsumieren!

6.8.2021 Mallnock und Klomnock

Eine gemütliche Wanderung mit den Kindern sollte es werden.

Also wählten wir den Mallnock hoch über St. Oswald in den Nockbergen aus.

Mit der Brunnachbahn ging es zusammen mit unzähligen anderen Wanderern und Ausflüglern auf 1900m Seehöhe. Der Weg Richtung Mallnock über die Brunnachhöhe gleicht zunächst einer Autobahn. Erst Richtung Mallnock wird langsam weniger los und der Steig auch etwas weniger breit.

Am Gipfel angekommen lacht mich der Klomnock an. Gleichzeitig zeigen sich im Nordwesten aber ein paar kleine Regenschauer.

Ich kann die Kinder aber motivieren und so marschieren wir raschen Schrittes über das Soldatenkreuz zum Klomnock. Beim Abstieg hinunter Richtung Falkerthaus trifft uns dann tatsächlich ein schwacher Regenschauer. Das stört uns aber nicht weiter, denn wir genießen gerade die reifen Schwarzbeeren.

Das Auto holt dann der Papa vom Parkplatz bei der Brunnachbahn, während die Kinder den Omas am Telefon erzählen, welche tolle Tour sie heute gemacht haben!

Zum Abschluss gibt es schließlich noch ein Bad im Afritzer See.

Bergwetterseminar am 31.7.2021 am Dobratsch

 Am letzten Julitag  hat man wieder gesehen, wie wichtig es ist, sich beim Antritt einer Wanderung entsprechend über das Wetter zu informieren.

Mehrere Rettungseinsätze musste die Bergrettung an diesem Tag absolvieren. Der eine oder andere davon war auf schlechte Ausrüstung und oder schlechte Tourenplanung inkl. schlechter Wetterplanung zurückzuführen. 
Danke den Einsatzkräften, die bei jedem Wetter hinaus gehen um zu helfen!
Beim Wetterseminar am Dobratsch konnten wir hautnah miterleben, wie wichtig es ist, in den Bergen ständig einen Blick auf die Wetterentwicklung zu werfen!
Während wir in Ruhe das Gewitter im Trockenen abwarteten, waren einige Wanderer nur wenige Minuten vor dem Gewitter gestartet!
Bei unserem Aufstieg zum Gipfelwar es dann trocken und sonnig.

Das ist Bergwetter erleben!

29.7.2021 Monte Sart, Picco di Grubia und Monte Canin

Wie sehr habe ich mich gefreut, endlich einmal einen Tag zur freien Verfügung zu haben.

In vollen Zügen genoss ich eine geniale Bergtour in den Julischen Alpen.

Vom Rif. Gilberti ging es über den Sella Bila Pec bis zum Monte Sart.

Der Weg dorthin ist zwar nicht schwer, aber lang.
Für den Rückweg hatte ich mir eine kleine Zugabe überlegt. Zunächst nahm ich im Vorbeigehen den Picco di Grubia mit und dann stieg ich auf der Via Alta Resiana über den Picco di Carnizza auf den Monte Canin.

Dabei hat man einige teils spektakuläre Tiefblicke!

Der Abstieg vom Monte Canin erfolgte über die Via Julia zurück hinab zu den Resten des Kaningletschers und dann zurück über den Sella Bila Pec zum Rif. Gilberti.

Als Abschluss gab es noch ein Bad im Predilsee.

Ein kleines Video zur Tour findet ihr hier: Monte Sart- Monte Canin

25.7.2021 Hinteres Modereck

Manchmal kann man es sich nicht aussuchen, wann man auf den Berg geht bzw. man muß sich bietende Gelegenheiten einfach beim Schopf packen.

Im Rahmen des Ausbildungskurses für BergwanderführerInnen war ich als Referent nach Heiligenblut geladen.

Mit Rad, Zug und Bus ging es nach Heiligenblut und dann noch mit der Gondel hinauf aufs Schareck. In der Früh war es dort oben noch sonnig gewesen. So eine Bahn- und Busfahrt nach Heiligenblut dauert aber und bei meiner Ankunft um 10 Uhr war es schon stark bewölkt.

Starker Südwind trieb die Nebelbänke über den Hauptkamm. Perfektes Wetter um Fotos und Videos für meine Wetterseminare zu machen.

Mein Weg führte mich zum Hinteren Modereck und dann wieder zurück ins Tal.

Aufgrund des engen Zeitrahmens musste ich ganz schön Gas geben, aber ich habe es rechtzeitig geschafft. Die angehenden BergwanderführerInnen wissen nun über Gletscher bestens Bescheid :-)

19.7.2021 Dobratsch via Jägersteig

Der Dobratsch hat mich heuer fest in seinem Griff.

Zum mittlerweile achten Mal stand ich in diesem Jahr schon auf seinem Gipfel.

Dieses Mal wurde ich aber von meinen Kindern begleitet. Es ist einfach schön zu sehen, wie sehr sich Kinder an der freien Bewegung erfreuen.

Bei bestem Wanderwetter ging es von der Roßtratte über den Jägersteig auf den Gipfel.

Spätestens beim Abstieg merkt man dann aber, dass der Dobratsch eine  gar nicht so kurze Wanderung ist. Denn dann werden die Kinder schön langsam müde.

Wenn man jedoch in die Gesichter manch entgegenkommender Wanderer blickt, fragt man sich, ob sie schon zum zweiten Mal den Aufstieg in Angriff nehmen. So abgekämpft sehen sie schon aus.

Uns hat es auf alle Fälle gefallen. Die nächste Tour kommt bestimmt!

16.7.2021 Heidentor, Martennock und Goldeck

Ein Freund hat mir letztens vom Heidentor am Goldeck erzählt. Interessanter Weise findet man es auf google-maps, sonst gibt es aber kaum Informationen oder gar Bilder dazu.

Also ging es mit dem Zug nach Spittal und mit dem Rad weiter zur Talstation der Goldeckbahn. Es ist wirklich schade, dass die Talstation mitten im Irgendwo liegt. Die alte Goldeckbahn war vom Bahnhof in kurzem Fußmarsch zu erreichen. Bei der neuen Gondel ist dies leider nicht mehr möglich.

Von der Gondelbergstation ging es zur Goldeckhütte und dann über ein kleines Steiglein zum Heidentor. Erst wenn man direkt davor steht, sieht man es, da man von oben dazu stößt.

Als Zugabe habe ich noch den Martennock und das Goldeck mitgenommen. Bei schönem Wetter hat man von diesen beiden Gipfeln eine herrliche Aussicht. Bei schlechtem Wetter fällt leider Baumüll (Dämmmaterial), der im Gipfelbereich des Goldecks herumliegt, ins Auge )-:

10.7.2021 Schitour auf den Sella Ursic in den Julischen Alpen

Die einen klatschen begeistert in die Hände, die anderen zeigen einem den Vogel.

Ja es geht um eine Sommerschitour in den JULIschen Alpen.

Aber mein Vater und ich zählen zu denjenigen, die begeistert klatschen. Und so brechen wir, wie schon 2014, zu einer Julischitour zum Sella Ursic hoch über dem Sella Neva auf. Mit der Gondel geht es zum Rif. Gilberti und dann nach einer kurzen Tragepassage fast durchgehend auf Schnee bis zum Sella Ursic. Auf der Westseite heißt es neuerlich nur wenige Meter tragen und dann schwingen wir über die Reste des Kaningletschers rund 300 Höhenmeter hinab. Nach dem Rückanstieg zum Sella Ursic geht es zurück zum Rif. Gilberti.

Als Abschluss wartet noch ein erfrischendes Bad im Predilsee.

Ja und weil ich letztens schon geschrieben habe, dass Schwarzbeeren bei uns in der Familie höchstes Ansehen genießen, ging es nach dem Schivergnügen noch für 2h in den Wald zum Schwarzbeerklauben :-)

8.7.2021 Techantinger Mittagskogel Bike 'n' hike

Eigentlich wollte ich heute gar keine Bergtour machen. Denn es stand Schwarzbeerklauben am Programm. Und das hat bei uns in der Famile höchste Priorität. Denn, die meisten werden es nicht wissen, aber Schwarzbeeren sind ein absolutes Superfood.

Nach 2h Schwarzbeerklauben hatte ich dann aber genug und so entschloss ich mich ganz spontan auf den Techantinger Mittagskogel zu gehen. Von der Haustüre weg ging es mit dem Rad zum Karawankenfuß und dann zu Fuß weiter. Als ich am Unterrand der großen Schuttflanke unter dem Techantinger Mittagskogel stand, wollte ich unbedingt sehen, wie die Rinne im oberen Teil im Sommer aussieht. Im Winter bin ich sie ja schon abgefahren. Also stieg ich über die Schuttflanke und die schmale Rinne zum Grenzkamm auf. Der Rückweg erfolgt dann über den "Normalweg". Zu Hause hieß es dann noch Schwarzbeeren verarbeiten.

Aber was macht man nicht alles für den Genuss und die Gesundheit?

5.7.2021 Das Eiskar, zweite Begehung des südlichsten Gletschers Österreichs im Jahr 2021

Etwa einen Monat nach der ersten Eiskarbegehung im Jahr 2021 waren wir wieder in der Nordwand der Kellerwand unterwegs. Der Juni 2021 war in den Südalpen einer der wärmsten der letzten Jahrzehnte. Dadurch nahm die Schneehöhe im Vergleich zu den letzten 10 Jahren überdurchschnittlich stark ab.

Aufgrund des außergewöhnlich schneereichen Winters 2020/21 lag aber Anfang Juli noch immer extrem viel Schnee am südlichsten Gletscher Österreichs.

Das angefügte Video gibt ein paar schöne Impressionen unserer Tour!

28.6.2021 Kahlkogel Train and Hike

Bei Bergtouren stört mich immer wieder die Anreise mit dem Auto. Eine öffentliche Anreise ist jedoch oftmals gar nicht so leicht.

Aber, wenn man in die Karawanken will, geht das gar nicht so schlecht. Mit Bus und Bahn kommt man in der Früh wirklich flott ins Bodental. Und nach Rosenbach fährt von Villach aus im Studentakt die S-Bahn.

Ich entschied mich aufgrund der kürzeren Zeit für Rosenbach und machte mich dann via Quadiaalm auf Richtung Grenzkamm. Der Anstieg durch den Wald ist zunächst recht lang, aber wenn man neben einem Eichkatzerl auch eine Gams sowie einen Fuchs sieht, wird die Sache schon kurzweiliger.

Die Quadiaalm bietet dann den ersten traumhaften Ausblick und wenn man schließlich oben am Kahlkogel steht, hat man einen herrlichen Rundblick. Beim Rückweg über den Hahnkogel und den Rosenbachsattel realisiert man erst, welche weite Strecken man in doch recht kurzer Zeit zurücklegen kann.

Karawanken ich komme wieder :-)

26.6.2021 Wetterseminar am Dobratsch

Vor einem Monat waren wir beim Wetterseminar bei Sturm, Gewitter, Schneefall und Sonnenschein am Dobratsch unterwegs.

Ende Juni war das Bild ein nun ganz anderes.

Die Natur ist mittlerweile ergrünt, die Blumen blühen und der Schnee hat sich vom Berg fast komplett zurückgezogen.

Der Tag selbst brachte für das Wetterseminar fast perfekte Bedingungen.

Angenehme Temperaturen, wenig Wind und viele Quellwolken, welche man auf ihre "Gefährlichkeit" untersuchen konnte.

Während wir am Berg unterwegs waren, blieb es aber überwiegend sonnig und die Quellwolken wollten nicht so wirklich in die Höhe schießen.
Erst am späten Abend bildeten sich dann einige teils heftige Gewitter, zu dieser Zeit waren wir aber alle schon längst wieder zu Hause.

Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, für diesen gelungenen Wettertag! Ich freue mich schon auf das nächste Wetterseminar am 31.7.2021!

22.6.2021 Hühnerkogel und Mittagskogel Sonnenuntergangstour

Ich bin es mittlerweile nicht mehr gewohnt, täglich Stunden lang vor dem Computer zu sitzen. Bei Fortbildungen ist das aber manchmal leider notwendig.

Aber nachdem die Forbildung online stattfindet, gibt es danach zumindest die Möglichkeit noch schnell etwas zu unternehmen. Und die Tage sind im Moment ja sehr lange.

Also starteten wir erst kurz nach 17h hinauf Richtung Berta Hütte. Wer sein Auto liebt, wird die aktuell sehr grobe Schotterstraße hinauf zum Sommerparkplatz derzeit meiden. Mein Kombi ist aber bergerfahren und kam ohne einen Aufsitzer hinauf.

Unser Weg führte uns dann über die Bertahütte und von dieser auf einem Jägersteig quer durch die Ostflanke des Mittagskogels ins Krainer Törl. Vom Törl stiegen wir auf den Hühnerkogel und zum Abschluss für den Sonnenuntergang noch auf den Mittagskogel.
Die Lichtstimmungen waren einfach wieder gewaltig. Das flache Abendlicht zauberte herrliche Farben und wunderbare Kontraste. Beim Abstieg leuchtete uns schließlich noch ein heller Mond den Weg. Am Steig unterhalb der Bertahütte schalteten wir dann aber doch noch die Stirnlampen ein.

Eine weitere unvergessliche Tour! Danke an meinen Begleiter. Danke an meine Frau, denn nur dank ihr kann ich solche Touren auch machen. Zumindest solange die Kinder nicht mitkommen :-)

18.6.2021 Rinsennock und Kornock

Schön langsam wird das Weiß auf den Fotos immer weniger und das Grün sowie Blau, Gelb und Rosa immer mehr.

Der Frühling ist auch auf den Bergen eingekehrt. Nur mehr in schattigen Lagen sowie im Hochgebirge ist es noch Winter.

Wer jetzt wandernd durch die Bergwelt streift, muss fast an das Lied "In di Berg bin i gern" denken. Denn der Enzian "bliaht" an allen Ecken und Enden. Und der Almrausch wird sicher bald folgen.

Ich war dieses Mal in den nördlichen Nockbergen unterwegs. Mein Tourenbuch hat mir mitgeteilt, dass es mittlerweile zehn Jahre her ist, als ich zuletzt von der Turrach aus zu einer Bergtour gestartet bin (Gruft).

Heute war es mein Ziel spannende Wetterbilder von Quellwolken und Regenschauern für meine Wetterseminare zu sammeln.

Ziel erfüllt und abgesehen von ein paar Regentropfen bin ich sogar trocken geblieben!

9.6.2021 Ganges und Breiter Kopf

Die Gipfel unmittelbar westlich vom Dobratsch sind für viele ein weißer Fleck auf ihrer "Bergwanderkarte". Durch eine Besteigung des Ganges hatte ich meinen weißen Fleck in diesem Gebiet schon vor 10 Jahren reduziert.

Den Breiten Kopf, welcher knapp westlich des Ganges liegt, zu besteigen, daran hatte ich aber bisher nicht gedacht.

Aber wozu hat man Bergkameraden?

Genau, damit sie einen auf neue Ideen bringen.

Also zogen wir vom Bleiberger Hochtal los um über das Tor zum Alpl aufzusteigen. Vor dem Breiten Kopf galt es noch den Ganges zu überschreiten, was sich als nicht ganz so ohne herausstellte. Vom Ganges ging es zunächst am "Normalweg" hinunter und dann wieder rauf auf den Breiten Kopf. Auch nicht ohne.

Trotz der relativ geringen Höhe sind diese beiden Gipfel aufgrund ihrer Zustieg als durchaus herausfordernde Tourenziele anzusehen!

3.6.2021 "Winterbegehung" des Eiskargletschers

Der Winter 2020/21 wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, ganz besonders den Gletschermessern im Eiskar, dem südlichsten Gletscher Österreichs. Denn nach dem extrem schneereichen Frühwinter blieb es im Frühling lange kalt und das sind genau die Bedingungen, die der Eiskargletscher in den Karnischen Alpen liebt!

Die winterlichen Zustiegsverhältnisse stellten hohe Anforderungen an das motivierte Freilwilligenteam. Neben konditionsstarken Trägern und der bewährten Mithilfe der Bergrettung Kötschach- Mauthen war dieses Mal auch ein Vermesser der KELAG-KNG samt Theodolit mit dabei.

Die ersten Auswertungen der Schneehöhensondierungen, der mittels GPS und Theodolit gewonnenen Daten sowie der Fotovergleiche der letzten Jahre zeigen, dass die Schneelage für Anfang Juni außergewöhnlich gut ist und fast an das Rekordjahr von 2014 heran reicht. Im Mittel liegen am Gletscher fast 9m Schnee. Bleibt der Sommer nur einigermaßen im  klimatologischen Rahmen,dann ist die Eisschmelze im Eiskar für ein Jahr unterbrochen und es könnten sich sogar wichtige Schnee- bzw. Firnrücklagen bilden.

Fotovergleich ausgewählter Jahre; an der kleinen Felswand links der Bildmitte kann man die Schneehöhenunterschiede gut abschätzen.

 

2.6.2021 Schartenkopf und Racherin (Glocknergruppe)

Für eine Fortbildung musst ich am Nachmittag ins Mölltal. Was liegt da also näher als davor eine Schitour in den Hohen Tauern zu machen?

Da unter der Woche die Begleiter nach Ende des Lockdowns etwas raren sind, hatte ich geplant ins Maltatal zu fahren und ganz gemütlich auf die Kölnbreinspitze zu gehen. Bis mein Vater anrief.

Der war tags zuvor schon rund um die Kölnbreinsperre unterwegs und hatte aufgrund der tollen Verhältnisse Lust auf eine weitere Schitour bekommen.

Im schwebte aber ein Gipfel im Bereich der Glocknerstraße vor, den er vor über 20 Jahren das letzte Mal erklommen hatte.

So ging es in aller Früh hinauf nach Heiligenblut und weiter Richtung Franz Josefs Höhe. Gemeinsam marschierten wir auf den Schartenkopf.

Und während mein Vater abfuhr querte ich zur Racherin und stieg über die steile Westflanke auf deren Gipfel.

Die Abfahrt erfolgte dann nach Süden zur Glocknerstraße, wo ich von meinem Vater wieder abgeholt wurde.

Toller Tag, tolle Tour, tolle Bergleitung!

31.5.2021 Hochstuhl vom Bärental

Nur 3°C im Tal in der Früh und -1°C am Dobratsch in knapp über 2100m. Das schreit ja förmlich nach einer Abschlussschitour in den Karawanken.

Die Schneeverhältnisse habe ich ja schon letztens am Mallestiger Mittagskogel getestet und so war mir klar, dass es keinen extrem frühen Start braucht.

So bin ich erst kurz nach 8 Uhr

in der Früh beim Parkplatz im Bärental gestartet.

Zunächst heißt es bis ins Hochstuhlkar die Schier zu tragen.

Von dort leiten erste Schneefelder höher. Zwei Mal muss man nochmals kurz die Schier tragen, dann geht es über kompakten und gefrorenen Schnee bis zum Grat.

Auf der slowenischen Seite muss man die Schier in die breite Mulde hinunter tragen. Von dort geht es mit einem Mal abschnallen bis wenige Höhenmeter unter den schneefreien Gipfel .

Ich bin dann um 10:30 bei perfektem Firn knapp westlich der Grünen Ries abgefahren.

29.5.2021 Mallestiger Mittagskogel

Nachdem ich den ganzen Tag in der Küche bzw. vor dem PC gearbeitet habe, hatte ich am Abend irgendwie große Lust mich noch ein wenig zu bewegen. Schon in den letzten Tagen waren die Sonnenuntergangsstimmung immer wieder herrlich.

Ich dachte, das genieße ich heute einmal von oben.

Der Plan war perfekt. Es konnte praktisch nichts schiefgehen.

Nach den Regenschauern zu Mittag und am Nachmittag sollten die Wolken immer weiter auflockern und eine wunderbare Abendstimunng garantieren.

Soweit die Theorie.

In der Praxis schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Dann bildeten sich jedoch etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang nochmals viele Quellwolken und weg war das schöne weiche Licht.

Ein paar feine Stimmung habe ich trotzdem eingefangen und auch für meine Wetterseminare konnte ich ein paar tolle Fotos schießen.

23.5.2021 Bergwetterseminar am Dobratsch

Mir fehlen noch immer die Worte!
Was war das für ein unglaubliches Bergwetterseminar?
Danke an die Teilnehmer, es war auch für mich ein absolutes Berg- und Wetterhighlight.
Aber Bilder sagen bekanntlich mehr als 1000 Wort.
Das nächste Seminar findet übrigens am 26.6.2021 statt!

20.5.2021 Creta di Rio Secco (Karnische Alpen, Naßfeld)

Manchmal setzt man sich so Dinge in den Kopf und die möchte man dann unbedingt umsetzen. Bei mir war es in diesem Fall die Tatsache, dass ich nach dem letzten Schneefall am 19.5.2021 unbedingt nochmals eine Schitour machen wollte. Der 20.5.2021 hat sich dafür perfekt angeboten, denn das Wetter versprach ideale Schitourenbedingungen.

So ging es hinauf aufs Naßfeld und dort weiter nach Sonnleiten. Auf knapp über 1400m schnallten wir schon die Schier an und bis auf 2 Bachquerungen mussten wir sie bis zum Gipfel auch nicht mehr abschnallen.

Die Tour selber führt zunächst durch das Schigebiet. Der Charm solcher Unternehmungen ist ja im Regelfall überschaubar. Aber, nachdem die Lifte schon seit einem Monat stillstehen, ist das ja nicht so schlimm. Und spätestens wenn man dann am Rudnigsttel steht und ins Trogtal abfährt, taucht man in eine neue, unglaublich schöne Welt ein! Beim Schnee war alles dabei vom Pulver über Harsch bis feuchter Firn (aber nie bodenlos!).

10.5.2021 Übering (südliche Nockberge)

Irgendwann musste sie ja losgehen, die Wandersaison. Zwar liegt auf den Bergen für die Jahreszeit noch immer viel Schnee, aber man muss ja nicht auf die höchsten Gipfel steigen.

Auch niedrigere Berge haben ihre Reize. Und bevor ich nach einer milden Nacht und bei starkem Südföhn mit den Schiern irgendwo im Schneesumpf versinke, habe ich mich dann einfach für eine Bergtour entschieden.

Ziel war der Übering, seines Zeichens der östlichste Gipfel des Mirnockzuges. Apropos Zug, der Ausgangpunkt (Puch) lässt sich wunderbar mit dem Zug erreichen.

Von Puch geht es zunächst am steilen Wandsteig zur Zauchenhütte. Von dort Richtung Gipfel wird man vergeblich nach Markierungen Ausschau halten. Wanderer sind hier gerade im Sommer scheinbar nicht so gerne gesehen. Das lässt zumindest ein Schild im oberen Teil der Alm rückschließen. Aber am schönsten ist es hier eh im Frühling oder Herbst!

4.5.2021 Dobratsch von der Roßtratte

Neuschnee im Mai? Kommt auf den Bergen fast jedes Jahr vor. Wenn aber der Wetterbeobachter der ZAMG am Dobratsch im Mai 50cm Neuschnee und fast 200cm Schneehöhe meldet, dann ist das schon ein ganz besonderes Ereignis.

Aus diesem Grund hat mich ein lieber Studienfreund, der in Wien Chef der ATV- Wetterredaktion ist, gebeten, mir das Ganze einmal genauer anzusehen. So habe ich für ihn ausgewertet, dass es in den letzten Jahrzehnten im Mai nur zwei Mal ein kräftigeres Schneefallereignis gab als das vom letzten Wochenende. Und, in diesem Jahrtausend lag im Mai noch nie soviel Schnee am Dobratsch wie heuer.

Nachdem ich mir die Daten am Computer angesehen hatte, musste ich mir aber natürlich auch vor Ort ein Bild machen.

So ging es von der Rosstratte hinauf zum Gipfel und die Tour habe ich auch gleich genutzt um Schi zu testen und für meinen Meteorologenfreund von ATV ein paar Bilder und Kurzvideos zu machen.

3.5.2021 Gerlitzen

Irgendwann gibt es immer ein erstes Mal.

Heute war für mich auch ein erstes Mal.

Zum ersten Mal bin ich mit den Tourenschiern von Klösterle auf die Gerlitzen gegangen. Im Winter beim Schifahren wundere ich mich immer über die Kolonnen, welche neben der Piste Richtung Gipfel pilgern.

Heute habe ich mich selbst in diese Kolonne eingereiht, wobei Kolonne heute vielleicht ein wenig übertrieben war.

Aber aufgrund des Neuschnees faden sich selbst Anfang Mai zahlreiche Schioutrengeherinnen und Schitourengeher ein, welche vom Schitourengehen noch immer nicht genug haben.

Im Gegensatz zum Winter brausen jetzt aber nicht ständig Schifahrer an einem vorbei und so kann ein Aufstieg neben bzw. auf der Piste auch richtig genussvoll sein, besonders bei diesem herrlichen Neuschnee!

Panorama vom Zwölfer nach Südosten, im Vordergrund der Zehner, links hinten der Mittagskogel und rechts die Julischen Alpen
Panorama vom Zwölfer nach Südosten, im Vordergrund der Zehner, links hinten der Mittagskogel und rechts die Julischen Alpen

28.4.2021 Dobratsch von Aichinger Hütte

Eigentlich war ja Gartenarbeit geplant. Aber nachdem ich in der Früh die Webcam vom Dobratsch-Gipfel mit strahlend blauem Himmel über einer Hochnebeldecke gesehen habe, musste ich einfach rauf. Der Garten würde am Nachmittag auch noch da sein.

Also ging es über die mittlerweile wieder mautpflichtige Alpenstraße bis zur Aichinger Hütte knapp unter der Rosstratte. Noch sah man aufgrund des dichten Nebels teilweise keine 20m, ein klassisches Whiteout. Im Bereich der ehemaligen Lärchenwaldlift-Bergstation war ich dann jedoch über dem Nebel und wurde bis zum Gipfel von strahlendem Sonnenschein begleitet.

Schnee liegt noch genug, egal ob im Gelände oder entlang der Ratracspur zum Gipfel. Der frische Pulver der letzten Tag ist schon stark durchfeuchtet, war heute aber noch super zu fahren. Waren ja nur 5 bis 10cm Neuschnee.

Die nächsten Tage bringen eher feuchte Luft in den Südalpenraum, ob sich da einmal lohnende Schitouren ausgehen bleibt abzuwarten. Von der Rosstratten kommt man aber sicher noch 1 bis 2 Wochen mit Schiern ohne größere Probleme auf den Gipfel. Und auch in den Karnischen Alpen, der Kreuzeckgruppe oder den Hohen Tauern sollte man heuer bis Mitte Mai genügend Schnee für Schitouren vorfinden. Es braucht dann halt trockene Luft und klare Nächte.

24.4.2021 Putzen

Ein traumhafter Schitourentag kündigt sich an. Den wollen auch wir nutzen. Unsere Ansprüche sind aber hoch!

Denn wir wollen eine wunderschöne Aussicht, super Schneeverhältnisse und möglichst alleine unterwegs sein.

Ob es solche Touren heutzutage noch gibt?

Aber natürlich!

Fündig wurden wir in der südlichen Kreuzeckgruppe im Bereich des Tolzers und des Gaugen. Die längste Zeit des Tages sollten wir keine Menschenseele treffen. Die Aussicht war den ganzen Tag über sensationell, der Himmel wunderbar blau und der Schnee perfekt.

Erst als wir zu Mittag wieder auf den Tolzer kamen, trafen wir ein paar weitere Berg- und SchitouengeherInnen.

Einmalmehr hat die Kreuzeckgruppe gezeigt, dass sie wohl zu den schönsten Schitourgebieten in Kärnten zählt!

22.4.2021 Gartnerkofel Südgipfel und Nordostkar

Der heurige Frühling ist einer, wie ihn eigentlich kaum mehr jemand wirklich kennt. Schon im März lagen die Temperaturen "nur" im Bereich der Durchschnittstemperaturen und der April liegt im Moment überhaupt um 2°C unter dem Mittel. In Zeiten der globalen Erwärmung sind so kühle Phasen sehr selten geworden! Das letzte Mal, dass ein April ähnlich kalt war wie heuer, war 1997 der Fall.

Die kühlen Temperaturen sowie die geringe Luftfeuchtigkeit haben auch eine große Auswirkung auf die Schneedecke. Je kühler und trockener die Luft ist, desto weniger Energie enthält sie und desto langsamer schmilzt der Schnee. Das freute die Schitourengeher :-). So liegen aktuell auf der Schattseite  der Karnischen Alpen ab 1300m noch wirklich Schneemassen. Der letzte Neuschnee ist in den höheren Lagen zwar noch nicht perfekt umgewandelt, unten weiter schmiert es hingegen schon so richtig.

Bis zum Wochenende sollte es aber sonnseitig überall super firnig sein!

14.4.2021 Kriebhöhe 2.0

Neuschnee im April muss man nutzen und zwar rasch. Denn die Sonne ist schon stark und schnell wird aus Pulver pappiger Frühjahrsschnee.

Nachdem es letztes Mal auf der Kriebhöhe (zwischen Vellacher Egel und Spitzegel) so schön war, haben wir unser Glück dort gleich nochmals versucht.

Und wir wurden nicht enttäuscht.
Unterhalb von 1400m war es zwar nur angezuckert, oben weiter warteten jedoch 10 bis 20 Zentimeter Pulverschnee auf uns. Das landschaftliche Ambiente in diesem verlassenen Teil der Gailtaler Alpen ist einfach ein Traum. Die lichten Lärchenwälder im oberen Bereich, der beeindruckende Nordabfall des Vellacher Egels und die steilen Südhänge vom Gipfel hinab zum Pressegger See sind wahrlich wunderschön. Dazu noch nette Begleiter und die Schitour ist perfekt.

Welch Luxus, wenn man die Schönheit der Natur genießen kann!

8.4.2021 Kriebhöhe

Als begeisterter Schitourengeher sieht man die Landschaft irgendwie anders. Ein Hang ist nicht einfach ein Hang und eine Rinne nicht einfach eine Rinne. Jeder Hang, jeder Berg, jede Rinne wird Sommer wie Winter nach der Befahrbarkeit mit Schiern beurteilt.

Kann man dort aufsteigen und hinunterfahren? Kommt man überhaupt dorthin und ist es lohnend?

Bei der Kriebhöhe war es auch so. Vom Vellacher Egel aus haben wir im Herbst das Gelände nördlich der Kriebhöhe gesehen und gedacht:

"Das müsste eine lässige Schitour sein."

Zu Hause wurden die Karten studiert und festgestellt:

"Das muss gehen!"

Beim nun endlich durchgeführten Kontrollgang in der Natur folgte der Praxistest. Und was soll man sagen? Es hat einfach alles gepasst. Das Wetter, der Schnee, die Route. Was für eine Tour!

5.4.2021 Dobratsch von der Roßtratten

"Also für den Papa war das sicher noch nicht die letzte Schitour in der Saison", stellt der Junior beim Gespräch mit einem netten Wanderer bei der Abfahrt vom Dobratsch ganz trocken fest.

Für den Sohnemann war der Aufstieg hinauf zum Gipfel hingegen wohl der letzte Schikontakt in dieser Wintersaison. Mit dem Dobratschgipfel war es auch gleichzeitig sein bisher höchstes Schitourenziel.

Mit bester Laune, reichlich Sonnenschein und etwas Wind marschierten Vater und Sohn von der Roßtratte hinauf auf den Gipfel.

Beim Gipfelkreuz selbst verweilten wir aufgrund des kräftigen Windes nur kurz.

Trotzdem waren beide sehr zufrieden.

Der Kleine, dass er diese Tour ohne Probleme geschafft hat und die Abfahrt so lässig war und der Große, dass es dem Kleinen soviel Spaß gemacht hat :-)

29.3.2021 Mittagskogel Westflanke

"Mittagskogel Westflanke", fragt meine Schwester ungläubig? "Und du glaubst ich schaffe das?" "Natürlich!", lautet meine Antwort. "Warum solltest du das nicht schaffen? Außerdem sind deine beiden Brüder mit!"

Also geht es quasi zum Familienausflug an den Nordfuß der Karawanken und dann hinauf Richtung Mittagskkogel. Wenn man dann in knapp 1400m zum ersten Mal in die steilen abweisenden Nordhänge des Mittagskogels blickt, wird einem dann doch ein wenig mulmig. Der Aufstieg durch die steilen Rinnen zwischen Großem und Kleinem Mittagskogel ist wild und alpinistisch fordernd. "Das ist das Zachste, was ich je gemacht habe", stellt meine Schwester zwischendurch fest. Die Schier am Rucksack sind ein ungewohntes Gewicht und das Gelände flößt Respekt ein. Aber wir schaffen es ohne Probleme bis auf den Gipfel und genießen dort über ein Stunde die Ruhe. Dann entschließen wir uns zur Abfahrt. Oben ist es hart und unten weich. Aber wir sind trotzdem zufrieden und stolz auf unsere Schwester :-)

 

Panorama vom Keuchenkogel (Sportgastein) nach Südosten. Rechts der Bildmitte Ankogel, Hochalm (klein im Hintergrund) und Gamskarlspitz (hoch und spitz)
Panorama vom Keuchenkogel (Sportgastein) nach Südosten. Rechts der Bildmitte Ankogel, Hochalm (klein im Hintergrund) und Gamskarlspitz (hoch und spitz)

25.3.2021 Keuchenkogel und Honigleitenkogel (Böckstein/ Sportgastein)

Seit über zwei Wochen habe ich einen richtig breiten Pulverschi zum Testen zu Hause. In letzter Zeit wurde aber nur der Norden von Österreich mit reichlich Neuschnee versorgt. Was tun? Wo gibt es ohne weite Anfahrt aktuell reichlich Pulver?

Unsere Wahl fiel auf Sportgastein, denn über die Tauernschleuse in Mallnitz ist der Weg dorthin nicht allzu weit. Dann hieß es am Vortag aber noch testen gehen, denn das Gasteiner Tal darf man im Moment nur mit einem negativen Testergebnis verlassen.

Also ging es mit negativem Testergebnis in aller Früh nach Mallnitz und mit der ÖBB Tauernschleuse durch den Berg nach Salzburg. Beim Abmarsch im Bereich des Heilstollens Bad Gastein gabe es schon etwas Pulver und bis zur Baumgrenze hinauf wurde der Neuschnee immer mehr. Im baumfreien Gebiet hatte der Wind ganze Arbeit geleistet. Aber wir machten schon beim Aufstieg einige schöne Hänge für die Abfahrt ausfindig. Am Gipfel durften wir dann ein traumhaftes Panorama genießen. Ankogel oder Hochalm sieht man als Kärntner von Norden ja eher selten.

Bei der Abfahrt konnte ich dann endlich die breiten Pulverlatten so richtig testen.
Jetzt stehen die Zeichen jedoch wohl endgültig auf Frühling. Das heißt, nun gilt es schönen Firn zu suchen, denn die Schitourensaison ist noch lange nicht vorbei :-)

23.3.2021 Ferlacher Spitz Nordwestkar

Manchmal hat so ein Lockdown auch seine positiven Seiten. So muss mein Bergfreund Christoph von Chrisport  zwar sein Fitnessstudio seit November geschlossen halten, dafür hat er aber fast immer Zeit für Schitouren.

Dieses Mal galt es wieder einmal eine kurze Vormittagstour zu planen, denn zu Mittag mussten die Kinder von Kindergarten und Schule abgeholt werden. Also gleich einmal um 6h in der Früh Mittagessen vorbereiten und dann um 8h starten. Aber wohin? Die nordseitigen Kare und Rinnen der westlichen Karawanken schauen im Moment so verlockend aus. Außerdem ist man schnell dort. Also zogen wir aus um ein für uns neues Kar auszutesten, nämlich das markante Nordkar unter dem Ferlacher Spitz.

Was wir dann fanden hat uns nach der Tour ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Denn die Tour war nicht nur rassig, nein auch die landschaftliche Umgebung war  herrlich und auch die Schneeverhältnisse ließen uns jubeln. Pulver. Was für eine gelungene Schitour!

21.3.2021 Vertatscha via Pautzrinne und Y-Rinne

Dieser Winter ist wahrlich ein besonderer Winter. Nach den vielen schönen Pulvertouren vom Tal aus im Jänner und den ersten herrlichen Firnabfahrten im Feber und März glückte mir auch die Besteigung der Vertatscha über die Pautz- und Y- Rinne. Schon lange stand diese Schitour auf meinem Wunschzettel. Ein lieber Bergfreund hat sich bereit erklärt, vor seinem Feiertagsdienst mit mir diese Tour anzugehen. Und nicht nur das, er hat noch einen weiteren Schibergsteiger mitgebracht und das war gut so. Denn aus Zeitgründen musste mein Freund am Ende der Pautzrinne umdrehen. So zogen wir nur mehr zu zweit weiter Richtung Vertatscha. Unglaublich, wie viele sehr gut ausgerüstete slowenische Bergsteigerinnen und Bergsteiger zu Fuß (ohne Schier) vom Loiblpass neben uns in der Y- Rinne zur Vertatscha stiegen.

Die Y- Rinne ist richtig steil, wartete aber mit perfekten Verhältnissen auf. So konnten wir auch richtig "schön" durch die Rinne abfahren.  In der Pautzrinne sowie im darunter liegenden Kar fanden wir teils noch feinen Pulver vor.

 

                                                                                                                                                                   Diese Schaumrolle wartet aktuell (März 2021) am oberen Rand der Y-Rinne.

16.3.2021 Zehner - Schitesten

Nachdem ich vor einigen Wochen von Völkl einen Schi zum Testen zur Verfügung bekommen habe, darf ich aktuell auch einen Tiefschneeschi von Black Diamond genauer unter die Lupe nehmen.

Das Problem an der Sache:

Der Black Diamond Schi hat eine Breit von 104mm (in der Mitte). Das heißt, er ist ein absoluter Pulverschneeschi.  In Kärnten haben wir auf den Bergen zwar noch reichlich Schnee, Pulver gibt es im Moment aber nicht wirklich viel. Bei einem ersten Test am Dobratsch habe ich den Völkl (88mm in der Mitte) mit dem BD-Schi verglichen.

Fazit: 15-20cm Pulver auf kompakter Unterlage sind für einen echten Tiefschneeschi eindeutig zu wenig....

7.3.2021 Polinik und Hauserkofel

Omas! Hab ich schon einmal erwähnt, wie super Omas sind? Meine Kinder lieben ihre Omas! Und ich bin den Omas sehr dankbar. Denn während letztens die eine Oma auf die Kinder geschaut hat, war diese nun selber zusammen mit mir und dem Opa auf Schitour und die andere Oma hat die Kinder betreut.

So können wir den Tag in vollen Zügen genießen. Zunächst sind wir aber einmal beeindruckt von den Schneewänden am Plöckenpass. Auch im Gelände liegt rund um das Angerbachtal noch extrem viel Schnee und das, obwohl es seit fast 1 Monat nicht mehr geschneit hat.

Während zahlreiche Schitourengeher den Polinik ansteuern, ist unser Ziel der Hauserkofel knapp östlich davon. Auf der Oberen Spielbodenalm kann ich dann aber doch nicht anders. Vor 10 Jahren sind wir am Polinik ins Whiteout geraten. Irgendwie würde ich gern einmal bei Sonnenschein auf diesem Gipfel stehen. Während sich die ältere Generation also gemütlich auf den Weg Richtung Hauserkofel macht, steige ich schnell auf den Polinik auf, fahre bei idealem Firn zurück zur Oberen Spielbodenalm ab und folge den elterlichen Spuren hinauf Richtung Hauserkofel. Knapp unter dem Gipfel hole ich sie ein und wir genießen gemeinsam das herrliche Wetter und das wunderbare Panorama. Als Belohnung für den steilen und auch recht anstrengenden Anstieg folgt eine wunderbare Firnabfahrt hinunter ins Angerbachtal. Danke der einen Oma für's Aufpassen und danke der anderen Oma für's Mitkommen!

6.3.2021 Schwarzkofel und Rodresnock

Steilrinnenfahren in den Nockbergen, geht das? Vom Falkertspitz aus haben wir zuletzt zwei herrliche Rinnen vom Rodresnock nach Norden hinab ins Sonntagstal gesehen. Bei der aktuell sehr geringen Lawinengefahr müssten die doch gehen. Also zogen wir aus um das zu testen. Bevor es in den Rinnen steil hinunter ging, wollten wir auf der Ost- und Südseite vom Schwarzkofel und dem Rodresnock noch etwas Firn genießen. Die hochnebelartigen Wolken lösten sich aber etwas langsamer auf als erwartet. Deshalb gab es dort zu Mittag keinen Firn. Also mussten wir den Firn dieses Mal Firn sein lassen und konzentrieten uns auf die Steilrinnen.

Es sind zwar nur rund 200 Höhenmeter, diese haben es aber ganz schön in sich. Mit einer Steigung zwischen 30 und 40° ziehen die Rinnen hinab ins Sonntagstal. Aktuell ist der Schnee kompakt und hart, aber nicht eisig. Also perfekte Bedingungen. Und wir haben gelernt, auch in den Nockbergen kann man steilrinnenfahren :-)

4.3.2021 Nockbergerunde

Nach dem Großglockner ging es dieses Mal wieder in die Nockberge. Unser Ziel war es einen wunderschönen Firntag zu verbringen. Als Ausgangspunkt wählten wir die Heidialm am Falkert. Zum Aufwärmen ging es hinauf auf den Falkert, denn schließlich will man sich ja zu Beginn einmal einen Überblick verschaffen, wo man weiter hingeht. Von dort fuhren wir am harschigen Schnee unterhalb vom Steinnock bis in die weite Mulde südöstlich der Steinhöhe ab. Gemütlich erreichten wir von dort den Klomnock. Jetzt wurde es etwas rassiger. Am Nordgrat des Klomnocks fuhren wir einige Höhenmeter ab und stachen dann nach Osten über eine herrliche Firnflanke zur Nockalmstraße hinunter. Jetzt hieß es zum dritten Mal anfellen. Über die Nockalmstraße hinweg und vorbei am Windebensee stiegen wir zum Schiestelnock auf. Die herrlichen Osthänge brachten uns die nächste genussvoll Firnabfahrt. Erst bei der Mayerlingalm war Schluss und zum letzten Mal wurde aufgefellt. Über die Ochsen- und Kaplingalm wanderten wir zurück Richtung Falkert. Zum Schluss galt es noch einen steilen Hang hinauf zu einem namenlosen 2064m Berg aufzusteigen. In keiner Karte findet sich hier eine entsprechende Gipfelbezeichnung. Egal. Wir sind zurfrieden. Der Blick schweift über die gesamte Runde und ein letztes Mal genießen wir den Firn bei der Abfahrt zurück zur Heidialm. Eine lange Runde geht zu Ende. Das Wetter passte perfekt und wir konnten die Ruhe und den Firn so richtig genießen.

2.3.2021 Großglockner

"An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit...", singen die Toten Hosen.

"Morgen Glockner?", kam die kurze Anfrage eines Bergfreundes via Handy am Vormittag herein. Morgen? Morgen sollte ich zu Hause sein und auf die Kinder schauen. Aber morgen ist das Wetter auch sensationell. Am Glockner war ich auch schon fast 10 Jahre nicht mehr. Was tun? Was tun!

Welche Joker habe ich? Oma- Opa- Joker? Ja die werden die "Notsituation" verstehen.

Und tatsächlich. Der Opa geht zwar selber Schitour, aber die Oma nimmt sich Zeit und geht mit den Kindern Schi fahren, während ich auf den Glockner darf.

Tagwache: 2:45.

Abfahrt: 3:10

Ankunft beim Lucknerhaus: 5:15

Vor uns sind schon unzählige Schitourengeher unterwegs. Wir schlagen ein hohes Tempo an um noch halbwegs gut über den Kleinglockner zu kommen. Der Aufstieg über das Ködnitzkees ist steil und hart, aber für geübte Schitourengeher mit Harscheisen gut machbar. Bis zum Eisleitl geht es mit den Schiern. Dann mit Pickel und Steigeisen über den Klein- auf den Großglockner. Verkehr ist genug, aber wir kommen ganz gut rauf.

Oben angekommen liegt uns Österreich zu Füßen. Dazu gibt es einen wolkenlosen Himmel und Fernsicht Ende nie. An so einem Tag am Gipfel des Großglockners zu stehen ist wohl ein Privileg.

Danke Mama! Danke meine liebe Frau, du musst zwar manchmal über solche Aktionen den Kopf schütteln, aber im Endeffekt unterstützt du mich immer!

Nach dem Abstieg zum Leitl geht es mit den Schiern bis zum Lucknerhaus. Wir sind früh dran (Abfahrtsstart um etwa 11:30). Dadurch ist der steile und hoch gelegene Teil des Ködnitzkees noch hart, aber gut zu fahren. Weiter unten wird es immer besser. Wir suchen uns die Südosthänge aus und schwingen in gutem Firn bis zum Auto.

Dort lasse ich dann prompt meine neue Weste von hyphen sports liegen und komme erst in Lienz drauf. Was tun? Was tun! Guter Rat ist teuer. Abhilfe schafft der Bruder. Er lebt in Lienz. Mit seinem E-Auto geht es zurück nach Kals, während die Bergfreunde heimwärts fahren. Beim Lucknerhaus finde ich auch tatsächlich wieder meine Weste. Zurück in Lienz geht es mit dem Zug wieder nach Hause. Ein langer und wunderschöner Bergtag geht um 17:30 zu Ende!

1.3.2021 Ausrüstungssponsoren

Seit mittlerweile mehr als 15 Jahren gibt es die Berg- und Schitourenseite. Seit 15 Jahren stelle ich aus Leidenschaft am Berg- und Schitourgehen Tourenberichte online. Angefangen hat alles zu einer Zeit, als es noch keine Smartphones gab. Damals konnte man seinen Freunden nicht von jeder Unternehmung ohne Aufwand einfach so ein Foto zeigen, geschweige denn schicken. So entstand diese Homepage eigentlich nur aus dem Grund um meinen Studienfreunden Fotos von den Touren in den heimischen Bergen zu zeigen. Die "Feiersinger-Seite" war geboren.

Mit der Zeit ist die Berg- und Schitourenseite stetig gewachsen. Sowohl in ihrem Umfang, als auch in ihrer Reichweite. Viele Stunden habe ich investiert um Touren zu dokumentieren. Aber es hat mir immer Spaß gemacht und tut es auch heute noch. Das Design und der Name haben sich mit der Zeit verändert, die Inhalte sind jedoch annäherend gleich geblieben.

Alle Informationen auf der Homepage waren immer kostenfrei und werden es auch bleiben!

Ich freue mich aber, dass es durch die Beliebtheit meiner Seite in lezter Zeit für mich möglich geworden ist, Ausrüstungssponsoren an Land zu ziehen.

Nach einem Helm von Smith folgte Schiunterwäsche von UYN. Nun habe ich von hyphen sports Bergbekleidung erhalten. Ich freue mich auch schon sehr darauf  von Völkl einen Schi zu testen. Da fehlt nur mehr der passende Schuh dazu.

Ich bedanke mich schon jetzt sehr herzlich bei allen Ausrüstungssponsoren und freue mich die Produkte auf Herz und Nieren zu testen!

Allen Leserinnen und Lesern sei gesagt:

Die Berg- und Schitourenseite wird so bleiben wie sie ist. Hin und wieder werdet ihr aber das eine oder andere Foto von meinen Ausrüstungssponsoren finden :-)

28.2.2021 Granattor

Mit Sonnenaufgang und Monduntergang über dem Dobratsch ging es los. Das eigentliche Ziel lautete Rosennock von Kaning aus. In Kaning angekommen mussten wir feststellen, dass quasi der gesamte Rosennock als Wildruhezone ausgewiesen ist. Nur ein Aufstieg über das endloslange Langalmtal ist erlaubt. Kurzer Hand haben wir umgeplant und uns für die Millstätter Alm vom Globatschgraben aus entschieden. Bei strahlendem Sonnenschein ging es über die Lammersdorfer Ochsenalm hinauf zum Lammersdorfer Berg. Die frühe Uhrzeit nutzten wir um bei traumhaftem Firn nach Südosten abzufahren. Nach dem Rückanstieg ging es hinüber zum Granattor. Im Gegensatz zur letzten Tour auf den Rindernock gab es wieder herrliche Fernsicht ohne Saharastaub.

Die Abfahrt vom Millstätter Almkreuz zurück hinunter brachte nochmals schönen Firn. Die spiegeglatten Firnflächen findet man aktuell aber nur auf steilen Südost- bis Südwesthängen.

23.2.2021 Rindernock 2.0

Nicht einmal eine Woche nachdem wir vom Hochstarzer auf den Rindernock gewandert sind, haben wir es heute etwas weiter westlich versucht. Knapp oberhalb des ehemaligen Gasthosf Klammer ging es los. Die Wärme der letzten Tage hat der Schneemächtigkeit schon kräftig zugesetzt. Der Schnee selbst war aber dank der trockenen Luft super harschig und so ging es flotten Schrittes hinauf Richtung Gipfel. Extrem auffallend war heute die Sichttrübung durch den Saharastaub. Die Gailtaler Alpen waren kaum zu sehen, die Hohen Tauern waren komplett hinter einem Dunstvorhang verschwunden. Bei der Abfahrt fanden wir teils perfekten Firn vor. Leider waren in letzter Zeit scheinbar einige Schibergsteiger viel zu spät dran, denn die Hänge sind von teils tiefen Schispuren durchzogen. Naja, bei frühlingshaften Temperaturen muss man halt rechtzeitig dran sein. In den nächsten Tagen wird dies aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen noch wichtiger werden! Sonnseitig wird es in den Nockbergen unterhalb von 1300m aber langsam knapp mit dem Schnee. Heute ging diese Tour noch perfekt. Schon in wenigen Tagen dürften aber größere Bereiche ausapern.

19.2.2021 Spitzegel

Heuer, ja heuer müssen wir das unbedingt machen. Gleich mehrere meiner Bergfreunde waren sich einig. Heuer kann man ihn wieder gehen.
Ja, denn es braucht schon eine überdurchschnittlich gute Schneelage und sichere Verhältnisse, um bis zum Gipfel dieses 2119m hohen Berges zu gelangen. Denn der Aufstieg erfolgt über seine steilen Südhänge.
Vom Tal aus kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass man mit den Schiern bis auf den Gipfel kommt. Aber in schneereichen Jahren geht das.
Dann kamen Bedenken. Große Lawinen haben schon Anfang Feber einen Teil der Route "ausgeräumt". Jetzt die schnelle Wärme. Der Schnee rinnt auf den steilen sonnseitigen Hängen richtig dahin.
Und so hatte ich ihn für heuer eigentlich schon abgeschrieben gehabt, auch weil ich heute gar keine Schitour gehen wollte.
Aber meistens kommt es anders, als man denkt.
Meinem Bruder ist es zu verdanken, dass wir diesen Berg doch in Angriff genommen haben. Er hat vorgeschlagen, gemeinsam eine Tour zu gehen und ich habe das Ziel vorgeschlagen.
Am Startpunkt angekommen war uns schon klar, dass es nicht ganz so einfach werden würde. Die Lawinen sowie die Sonne und die hohen Temperaturen hatten schon ganze Arbeit geleistet. Wir ließen uns aber nicht abschrecken. Auch nicht von der Tatsache, dass wir zunächst  200 Höhenmeter über Lawinenschnee höher stapfen mussten.
Nach rund 1370 Höhenmetern standen wir dann um 11:15 doch am Gipfel und haben hinunter geschaut. Zum Pressegger See, zum Weißensee. Hinüber zu den Karnischen und Julischen Alpen. Hinauf zum Glockner und zur Hochalm.
Ja, und hinunter, das mussten wir auch noch. Oben war es neben steil auch anstrengend, da der Schnee schon recht tief war. Im Mittelteil hatten wir perfekten Firn und unten auf der Lawine war es sehr mühsam. Der Abschluss am Forstweg war unproblematisch.
Unten angekommen waren wir zufrieden und doch ein bisschen stolz ,den  S p i t z e g e l  bezwungen zu haben. Was für eine spannende und herausfordernde Tour!

18.2.2021 Rindernock von Süden

Eigentlich wollte ich ja gar nichts machen. Also keine Schitour zumindest. Aber dann war das Wetter zu verlockend und ein Bergfreund hat gefragt, ob wir nicht eine Tour unternehmen wollen. Kurze Anfahrt, steile Südhänge (Stichwort Firn) und wenig Höhenmeter um zu Mittag wieder zu Hause zu sein waren die Kriterien für die Tourenwahl. Geworden ist es der Rindernock von Fresach aus. Dazu ging es mit dem Auto bis zum letzten Hof auf knapp über 1270m und dann über Wiesen, Waldschneisen, Wald und freie Almflächen hinauf zum Lahnernock. Von dort war es dann ein einziger Genuss hinüber zum Rindernock. Welch ein Panorama bietet sich hier dem Scitourengeher! Bei der Abfahrt haben wir so ziehmlich alle Schneesorten vorgefunden. In den steilen Südhängen wie erwartet bereits Firn, im Wald teils bruchig teils pulvrig und ganz oben gepresster aber oft tragfähiger Schnee.

16.2.2021 Speikboden via Stollental (Kreuzeckgruppe)

Nach der Kälte kommt die Wärme. Und das überraschend schnell. Also wollten wir nochmals Pulver genießen, bevor nun die Firnsaison startet. Nachdem in der Nacht vor unserer Tour in der Höhe starker Nordwestwind geblasen hatte, galt es eine möglichst geschützte nordseitige Tour zu finden. Da kommt natürlich gleich einmal die Teuchl ins Spiel und als Ziel wurde das Stollental bzw. der Speikboden auserkoren. Das Schroneck war mir nach dem starken Wind nicht ganz geheuer bzw. erhoffte ich mir im Stollental den besseren Schnee. Schon beim Aufstieg konnten wir feststellen, dass im unteren Teil bis auf 1400m hinab herrlicher Pulver lag. Ab der Baumgrenze wurde der Windeinfluss deutlich spür- und sichtbar. Auch im relativ geschützten Stollental wechselten die Schneearten von Pulver über gepressten Pulver bis hin zu kompaktem Schnee sehr rasch. Die Ausstiegsrinne war dann wie erwartet tendenziell ausgeblasen. Dadurch lauerte in diesem steilen Teil kein gefährliches Brett und wir erreichten unproblematisch den Grat. Dort angekommen wurden wir nicht nur von der Sonne sondern von einem unglaublichen Panorama empfangen. Die Kreuzeckgruppe ist und bleibt ein einziger Schitourengehertraum.

Jetzt heißt es ein paar Tage warten und dann geht es sonnseitig mit den Firntouren los. Aufgrund der hohen Temperaturen sollte man dann bei steileren Unternehmungen aber früh dran sein!

13.2.2021 Scharten (Steilrinne am Dobratsch)

Fast genau einen Monat nach unserer ersten Begehung waren wir nochmals von Bad Bleiberg aus unterwegs hinauf zum Neuner über die Scharten-Rinne. Im unteren Teil waren wir überrascht, wieviel Schnee durch den Regen im Jänner und Feber schon abgeschmolzen war. Im Wald lag teilweise gerade noch genug Schnee um abfahren zu können! Oben weiter liegt natürlich immer noch sehr viel Schnee und die Rinne präsentierte sich in perfektem Zustand. Im Gegensatz zum letzten Mal hatten wir parktisch wolkenlosen Himmel und vom Neuner aus auch einen wunderbaren Ausblick hinauf Richtung Dobratsch.

9.2.2021 Das Wild und die Schitourengeher

In diesem schneereichen Winter kommt immer wieder das Team Wild und Störung des Wildes auf.

Wo sind Wildruhezonen, welche es zu meiden gilt?

Wie sehen die gesetzlichen Grundlagen aus?

Dürfen Schitourengeher überall hin?

Grundsätzlich gilt für Schitourengeher das freie Wegerecht. Das heißt man darf sich im Wald sowie oberhalb der Baumgrenze frei bewegen. Ausdrücklich ausgenommen davon sind Jungkulturen unter 3m Wuchshöhe und behördlich genehmigte jagd- oder forstwirtschaftliche Sperrgebiete. Diese müssen jedoch zeitlich und räumlich beschränkt sein.

In einigen Regionen gibt es deutlich ausgeschilderte Wildruhezonen. Ob es sich dabei um behördlich verordnete Wildschutzgebiete handelt, ist jedoch nicht immer klar. Die Wildruhezonen sollten die Schitourengeher aber grundsätzlich beachten. Manchmal findet man "privat" aufgestellte Verbotstafeln vor, welche keine rechtliche Bindung haben. Um "Streitigkeiten" aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich jedoch auch diese Schilder zu respektieren.

Leider gibt es unzählige Wildruhezonen, von denen außer den Jägern kaum jemand weiß. Immer wieder hört man nach einer Schitour: Ja da oder dort ist eine Wildruhezone und ein Jäger hätte sich über einen Schitourengeher aufgeregt.

Bei meinen Schitouren bin ich immer bemüht ersichtliche Wildruhezonen zu meiden und Bereiche mit zahlreichen Wildspuren rasch zu verlassen. Leider findet man nur in den wenigsten Regionen deutliche Hinweise zu Wildruhezonen. Auch im Internet sucht man meist vergeblich nach Karten, wo Wildruhezonen eingezeichnet sind. Die meisten Schitourengeher sind aber eh auf ausgetretenen Pfaden unterwegs und stellen somit für das Wild kaum einen Störfaktor dar.

 

Um das Wild im Winter zu schonen sollten Schitourengeher die Bereiche der Baumgrenze rasch überwinden und hier nicht länger verweilen. Auch dichte Wälder (wo meist weniger Schnee liegt) sollte man meiden, dass macht der Schitourengeher aber aus Eigeninteresse sowieso. Sieht man Wild, gilt es sich ruhig zu verhalten und dieses nicht unnötig aufzuschrecken.

 

Fazit:

Schitourengeher dürfen sich grundsätzlich frei im Gelände bewegen. Ausnahmen stellen Jungwald und behördliche Sperrgebiete dar. Die meisten Schitourengeher verhalten sich auch sehr respektvoll gegenüber den Wildtieren. Die Schitourengeher sind sicher nicht DIE Bösen, denn für das Wild gibt es noch zahlreiche andere Störfaktoren (Hubschrauber, Autos, Traktoren, ...). Auch muss die Frage erlaubt sein, ob Wild gefüttert werden muss (Ausnahme Extremwinter), nur damit man es dann wieder abschießen kann. Es gibt ja auch Gegenbeispiele ohne Fütterung und ohne vermehrte Schäden im Wald. Im Grunde wollen alle Teilnehmer die Natur genießen egal ob Jäger, Schitourengeher oder Förster. Wenn man gegenseitiges Verständnis aufbringt und auf Augenhöhe miteinander kommuniziert, habe ich noch nie ein Problem mit anderen Schitourengehern, Jägern oder Förstern gehabt. In diesem Sinne:

Redet miteinander ohne sofortige Schuldzuweisungen und respektiert nicht nur die Wildtiere sondern auch die anderen "Naturnützer".

4.2.2021 Napalnalm

Die letzten Tage haben fast schon Frühlingsgefühle aufkommen lassen. Kaum Frost in der Nacht und tagsüber ausgesprochen mild.

Sonnseitig war der Schnee in den steilen Hängen noch nicht umgewandelt. Teils sehr große Nassschneelawinen waren die Folge. Schattseitig fand man noch alle möglichen Schneearten vor.

Ich wählte eine kleine Waldtour von Weißbriach auf die Napalnalm. Muss man in schneearmen Wintern bei dieser Tour im unteren Teil auf die Piste ausweichen, liegt heuer reichlich Schnee und man kann ohne Probleme im Wald bis ins Tal abfahren.

Die nächsten Tage bringen jetzt wieder sehr eingeschränktes Schitourenwetter. Feucht milde Luft strömt von Süden her gegen die Alpen. Erst in der neuen Woche wird es langsam wieder kühler und zum nächsten Wochenende hin könnten wir dann sogar Besuch aus dem Norden Russlands bekommen.

                                                                                                                                                                             Foto: Blick von der Napalnalm zum Reißkofel

26.1.2021 Dobratsch vom Maibacherl in Warmbad Villach aus

Manchmal hat man Träume. Ideen. Man stellt sich so vor, wie man mit den Schiern bei der Therme Warmbad-Villach startet, bis auf den Dobratsch geht und nach der absolvierten Abfahrt eine verdientes Bad in der Therme nimmt. So etwas geht nur bei ausgezeichneter Schneelage und wenn die Therme auch geöffnet hat.

Der Jänner 2021 hat nun diese perfekte Schneelage gebracht, nur die Therme ist geschlossen. Aber, welch ein Zufall oder Glück, es rinnt aufgrund der ergiebigen Niederschläge der letzten Zeit das Maibacherl, eine periodisch fließende Thermalquelle in Warmbad-Villach.

Also ging es mit den Schiern vom Maibacherl weg rund 15km hinauf bis auf den Gipfel vom Dobratsch. Zwischendurch zieht es sich teilweise schon gewaltig. Aber das Wetter und die Winterlandschaft waren einfach traumhaft schön und der Wille es zu schaffen groß. Diesen Willen hat es dann auf den letzten 300 Höhenmetern auch gebraucht, denn am Berg wehte ein veritabler Sturm und das bei -10°C.

Aber irgendwann steht man doch am Gipfel,blickt zurück hinunter und stellt fest:

Ja, der Weg herauf war verdammt weit.

Selbiges gilt natürlich auch für den Weg hinunter. Aber, was man begonnen hat, muss man auch fertig machen. Also geht es wieder 15km zurück bis zum Maibacherl. Dort angekommen überwiegt der Stolz und das Wissen:

So schnell mache ich diese Tour nicht wieder ;-)

Anbei ein kleines Video zur Tour.

25.1.2021 Mallnock

Eigentlich war die Prognose für den Tag gar nicht so gut. Es zieht zu, die Wolken überwiegen und vereinzelt sind Schneeschauer möglich. Aber selbst ist der Meteorologe und so haben wir uns entschieden trotzdem eine kurze Tour in den Nockbergen zu machen. Also ging es nach vielen Jahren wieder einmal auf den Mallnock. Und das Wetter gab uns recht, denn in Summe war es ein wunderschöner Wintertag mit nur ein paar dünnen Wolken. Der Schnee war im Wald noch pulvrig, im freien Gelände war vom Neuschnee aber nichts mehr übrig. Der Südwind hatte schon während des Schneefalls ganze Arbeit geleistet. Die Schneelage in den Nockbergen macht schon große Lust auf wunderschöne Firntouren im Frühling!

24.1.2021 Lawinengefahr und Schitouren

Im heurigen Winter ist die Lawinengefahr in Medien- oder auch Forenbeiträgen gefühlsmäßig sehr präsent. Der Grund liegt wohl darin, dass aufgrund der guten Schneelage im Süden sowie der Coronavorgaben mehr Menschen mit Schitourenschiern unterwegs sind.

Sowohl die Fehlinformationen als auch das Unwissen so mancher Wintersportler, lassen mich oftmals aber den Kopf schütteln.

Wer sich im freien Gelände bewegt, muss sich im Klaren sein, dass die Lawinengefahr ein Thema ist. Im Internet z.B. auf Facebook nachzufragen, ob eine Tour lawinensicher ist oder nicht, ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg.

Die Zauberworte lauten Ausbildung und Erfahrung.

Erfahrung sammelt man durch Touren im Gelände. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es z.B. bei alpinen Vereinen. Natürlich gilt es auch in der gesamten Wintersaison das Wetter sowie den Lawinenlagebericht aktiv zu verfolgen. Nur so bekommt man ein Gefühl für den Schnee und die Lawinensituation.

Eines muss sich aber jeder Wintersportler bewusst sein:

Sobald Schnee liegt, gibt es auch eine Lawinengefahr und selbst der erfahrenste Schitourengeher oder Lawinenkenner kann eine Situation einmal falsch einschätzen. Sich auf einer Tour auszutauschen ist deshalb extrem wichtig. So kann man von einander lernen und ev. Gefahren auch besser einschätzen.

Denn die Lawine weiß nicht, dass ihr Experten seid.

Lieber einmal zu oft umdrehen, denn wie sagt ein Sprichwort so schön: Ein alter Alpinist ist ein guter Alpinist.

Das Bild zeigt einen Lawinenabgang im Glocknergebiet (am Tag zuvor gab es viel Neuschnee und starken Windeinfluss), aufgenommen vom Lucknerhaus aus (Quelle: www.foto-webcam.eu).

19.1.2021 Steinberg

Es gibt so einige Rinnen und Schläge in den westlichen Karawanken, welche man vom Großraum Villach aus sehr gut sieht. Nachdem wir in den letzten Jahren den "Blekowaschlag" und die "Techantingerrinnen" schon befahren haben, war es heuer endlich an der Zeit die Nordostrinne vom Steinberg hinab in den Ulrichgraben anzugehen.

Beim Start im Tal unterhalb des Trabiners war die Stimmung noch sehr entspannt. Überraschend viele Schispuren zogen durch den Wald Richtung Steinberg auf- bzw. abwärts. Knapp unter dem Gipfel wurde es dann langsam spannend. Auf einem Forstweg querten wir zum Beginn der Steilrinne um einmal einen Eindruck zu gewinnen. Der erste Blick hinab: ja steil, aber geht. Geht sicher, denn es fanden sich schon einzelne Schispuren hinunter. Wir hatten also nicht als erstes diese Idee. Kein Wunder so prominent wie die Rinne nach Villach hinaus grüßt.

Zunächst ging es aber noch auf den Gipfel und dann erst hinunter ins Vergnügen. Die steile Einfahrt in die Rinne hatte perfekten Pulver zu bieten. Weiter unten war der Schnee durch kleine Lawineneinträge aus den steilen Grabenflanken etwas kompakter aber noch immer gut zu fahren.

Was bleibt einem nach so einer Tour zu sagen?

Danke!

Danke an meine Begleitung (meine Schwerster und Christoph Greilberger von Chrisport).

Danke an den Petrus für diesen tollen Schneewinter in Kärnten!

Danke an meine Eltern, die mir das Schifahren beigebracht haben.

Danke für diese herrliche Landschaft direkt vor der Haustüre.

Danke!

14.1.2021 Scharten (Steilrinne am Dobratsch)

Der Winter 2020/21 ist wirklich herausragend! Die Schneelage in Kärnten ist einfach genial. Vom Tal weg liegt reichlich Schnee, wie die Touren der letzten Tage schon eindrücklich gezeigt haben.

Wenn vor der Haustüre so viel Schnee liegt, liegt es auch nahe, neue Touren zu probieren. Nach dem Wabenkopf ging es dieses Mal wieder ins "Dobratsch-Massiv". Aber nicht von Villach aus, sondern von Bad Bleiberg bzw. Hüttendorf weg.

Den Neunernock auf der Nordostseite des Dobratsch wollte ich schon längere Zeit einmal ansteuern. Bei der Tourenplanung endeckte ich, dass man diesen Gipfel auch über eine Steilrinne von Norden her erreichen kann. Informationen über solche Touren findet man leider nicht im Internet, ob sie also lohnend und überhaupt machbar sind, findet man nur in der Natur heraus.

Also ging es nach Hüttendorf im Bleiberger Hochtal und von dort hinauf. Nachdem wir im unteren Bereich noch nicht die ideale Austiegsspur gefunden hatten, gelang uns dies im oberen,teils sehr steilen Teil, perfekt. Die phasenweise über 40° steilen Hänge erfordern aber absolut sichere Schitechnik. Immer wieder geht der Blick prüfend durch das Gelände. Wo ist die ideale Spur? Wie sieht die Lawinengefahr aus? Gibt es Einwehungen oder Rutschungen?

Aber schlussendlich war die Rinne ohne größere Probleme bezwungen.

Während im baumfreien Gelände der Nordweststurm tobte, war es bei unserer Aufstiegsroute fast durchgehend windschwach. Der große Vorteil dadurch:

Von oben bis unten gab es noch sehr guten Pulver.

Fazit: Welch eine rassige Schitour! Sichere Verhältnisse sowie sehr gute Schitechnik sind für eine erfolgreiche Absolvierung der Unternehmung aber zwingend notwendig.

13.1.2021 Wabenkopf 2.0

Manchmal braucht es einfach einen zweiten Anlauf um das gesamte Potential einer Tour richtig auszuschöpfen. Nach meiner ersten Tour auf den Wabenkopf vor etwa einer Woche ging es heute am Vormittag kurz entschlossen nochmals dort hinauf. Startpunkt war dieses Mal in Pogöriach am Stadtrand von Villach.

Über die Rodelbahn ging es bis knapp über 800m und dann ab ins Gelände. Nach der ersten Tour und etwas Kartenstudium habe ich ein super Linie gefunden, welche von etwa 1300m bis eben auf knapp über 800m absolut lohnendes Schigelände bietet. Gerade an Tagen, an denen in den freien Lagen einem kräftiger Nordwind um die Ohren pfeift, bietet solch eine Schitour eine super Alternative. Und der größte Pluspunkt dieser Tour ist die kurze Anreise (zumidnest für alle Villacher).

12.1.2021 Krainer Törl und Hühnerkogel (Karawanken)

Wie oft schaut man von der Südautobahn von Klagenfurt Richtung Villach fahrend Richtung Mittagskogel und sieht das schöne Kar östlich des Mittagskogels?

Schon vor Jahren habe ich die Tour dorthin erkundet und ja, der Weg bis in dieses Kar ist mühsam. Entweder muss man über die Bertahütte aufsteigen und dann 300 Höhenmeter abfahren, oder man wählt den Weg von Rosenbach über den Gratschenitzgraben. Da gilt es den Bach zwischen 900 und 1000m Seehöhe mehrmals recht mühsam zu überqueren.

Aber, dann, dann wird diese Tour so richtig genial und entschädigt für den mühevollen Zustieg.

Mitte Jänner 2021 fanden wir von Rosenbach kommenden sogar einige Spuren Richtung Krainer Törl. Unsere Vorgeher waren dann aber doch zum Kärntner Törl unterwegs. Wir durften also den Weiterweg zum Krainer Törl spuren. Bei diesem herrlichen Pulver (siehe Video) aber ein Genuss.

Dieses Mal schaffte ich es im dritten Anlauf auch zum ersten Mal auf den Gipfel des Hühnerkogels.

Die Abfahrt war bis zum Bachbett ein reiner Pulvergenuss. Wir kamen aus dem Genießen gar nicht mehr heraus. Welche eine gewaltige Tour!

7.1.2021 Wabenkopf

Was, ihr kennt den Wabenkopf nicht?

Und das, obwohl so viele von euch schon unzählige Male mit dem Auto an ihm vorbeigefahren sind.
Die meisten haben ihn aber wohl nicht wirklich wahrgenommen, da er sich gut im weiten Wald des Dobratsch-Ostrückens versteckt und nur knapp über 1300m hoch ist.

Aber ich wollte die Gunst der sensationellen Schneelage nutzen und wieder von Villach aus eine Schitour unternehmen.

Startpunkt war dieses Mal die Langlaufloipe bei der Alpenarena. Über die alte Rodelbahn ging es hinauf Richtung Völkendorfer Alm und eine möglichst gute und direkte Route suchend hinauf zum Wabenkopf. Ganz perfekt ist uns das nicht gelungen, aber für's erste Mal war es ganz ok. Die Verhälnisse sind aktuell noch immer top. Mit den Erfahrungen der letzten beiden Tage werde ich in nächster Zeit wohl nochmals vom Tal aus Richtung Dobratsch unterwegs sein.

6.1.2021 Kaserin (Dobratsch) vom Tal

Irgendwie bin ich in der aktuellen Wintersaison sehr oft auf meinem Hausberg dem Dobratsch unterwegs. Schnee antesten Anfang Dezember von Heiligengeist aus. Zwei Mal von der Rosstratte mit den Kindern auf den Zehner. Dazwischen einmal von Heiligengeist auf den Zehner. Dann die 3- Generationentour von Heiligengeist bis ins Waagtal und heute die gleiche Tour mit meiner Tochter und ihrer Cousine nochmals.

Aber ich wollte die aktuelle Schneelage noch weiter ausnutzen. So bin ich nach dem Mittagessen an den westlichen Stadtrand von Villach und von dort über die ehemalige Rodelbahn hinauf Richtung Hundsmarhof und weiter bis zur Kaserin (1400m) marschiert.

Wann kann man schon direkt am Stadtrand  eine Schitour starten?

Die Schneelage Anfang Jänner 2021 ist aber sensationell. Von oben bis unten kann man im Gelände abfahren, denn selbst auf 600m liegen schattseitig knapp 70cm! Auf 1400m sind es schließlich etwas mehr als 1,5m. Die obersten 40cm davon habe ich bei der Abfahrt durch den Wald besonders im oberen Teil so richtig stauben lassen! Welch ein Genuss!

3.1.2021 Heiligengeist-Waagtal 3- Generationenschitour

In Oberkärnten und Osttirol hat es in letzter Zeit wahrlich häufig und teils auch verdammt viel geschneit. Karl Valentin würde vielleicht sagen:

Ich freue mich wenn es schneit, denn wenn ich mich nicht freue, schneit es trotzdem!

Und wer sich eigentlich immer freut, wenn es schneit, sind die Kinder.

Selbst wenn draußen schon ein halber Meter Schnee liegt, glänzen ihre Augen jedes Mal, wenn es in der Früh wieder frisch angezuckert ist. Wenn sie dann noch raus in den Schnee können, ist die Freude perfekt!

Raus in den Schnee ging es letztens mit 3 Generationen. Von den Enkeln bis zu den Großeltern genossen alle den frischen Schnee am Weg von Heiligengeist hinauf Richtung Dobratsch. Als dann oben noch die Sonne strahlte, waren alle hoch zufrieden. Die Abfahrt durch rund 40cm Neuschnee war dann für den Kleinesten nochmals eine richtige Herausforderung. Unten angleangt war er aber schwer stolz auf sich und seine Leistung!

29.12.2020 Göriacher Alm

Was einmal funktioniert, könnte auch ein zweites Mal funktionieren. Hatten wir das nicht gerade erst einmal?

Am Dobratsch war die zweite Sonnenuntergangsschitour nicht ganz so schön wie die erste.

Und auf der Göriacher Alm?

Da war die zweite Tour zwar auch wirklich gelungen, aber beim ersten Mal war es auch hier fast noch eine Spur besser.

Aber alleine die Tatsache, dass man im Tal auf knapp über 600m startet ist schon sensationell. Dann hatten wir beim Aufstieg bzw. der Abfahrt teilweise noch sehr starken Schneefall. Das sorgt für perfektes Winterfeeling.

Zusätzlich konnte ich noch die von UYN zur Verfügung gestellte Unterwäsche testen.

Aber wie testet man eigentlich ein Langarmshirt?

Man zieht es einfach an und schaut wie es sich so anfühlt. In diesem Fall sehr gut. Die Tatsache, dass es aus 100% biologischen Rohstoffen in Italien hergestellt ist, finde ich persönlich sehr gut. Falls wer mehr darüber lesen möchte, findet er hier den ganzen Produkttest.

Schnee für weitere Test und weitere Schitouren liegt auf alle Fälle genug.

In diesem Sinne passt auf und rutscht gut ins Jahr 2021!

Frohe Weihnachten

 

Liebe Leserinnen und Leser der Berg- und Schitourenseite:

Es freut mich sehr, dass auch nach über 15 Jahren und trotz der vielen anderen Angebote im Internet so viele Menschen sich Informationen von meiner Seite holen. Auch die zahlreichen netten e-mails oder Anregungen ehren mich sehr.

Ich bin doch ein wenig stolz darauf, dass es meine Berg- und Schitourenseite noch immer gibt und alle Angebote gratis sind. Aber für mich ist diese Seite einfach mein eigenes Tourenbuch und ich schmöckere selbst gerne in den zahlreichen Touren.

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern besinnliche Feiertage, einen guten Rutsch ins Jahr 2021, viel Gesundheit und viele tolle Erlebnisse in der Natur. Vielleicht sieht man sich ja einmal am Berg, denn eigentlich habe ich geplant, die Berg- und Schitourenseite noch viele Jahre weiter zu betreuen!

 

20.12.2020 Dobratsch- Zehner

Was einmal perfekt funktioniert, muss nicht immer ein zweites Mal auch perfekt funktionieren.

Die Idee war ja nicht schlecht:

Von Heiligengeist am frühen Nachmittag hinauf auf den Zehner gehen um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Letztes Mal hat das ja von der Roßtratte aus mit dem Junior super geklappt.

Heute war ich mit einem lieben Freund unterwegs und wollte ihm das gleiche herrliche Schauspiel präsentieren.

Aber der Südwind hat einige Wolken an die Julischen Alpen gestaut und auch rund um den Dobratsch gab es immer wieder Nebelfetzen.

Dadurch wurde es nichts mit dem herrlichen Sonnenuntergang. Aber eine nette Schitour mit netter Begleitung in unmittelbarer Nähe zum Wohnort, das kann schon auch was!

17.12.2020 Millstätter Alm

Die Millstätter Alm kennen wohl fast alle Bergbegeisterten. Aber wie heißt eigentlich die höchste Erhebung der Millstätter Alpe? Der höchste Punkt ist in der Karte mit 2108m eingezeichnet, aber Namen gibt es dazu interessanter Weise keinen! Handelt es sich um eine Verschwörung? Dem gilt es nachzugehen. Also sind wir auf der Suche nach einem Namen und nach Pulverschnee von Norden her über die Litzlhofalm zum Höhenzug der Millstätter Alpe aufgestiegen.

Im Aufstieg haben wir ein wenig Pulver gefunden, meist war der Schnee aber gepresst oder bruchharschig.

Einen Namen für die höchste Erhebung haben wir jedoch nicht gefunden, nicht einmal ein würdiges Gipfelzeichen, nur ein schiefes kleines Kreuz.

Zu Hause angekommen, stellt sich die Frage: Unter welchem Namen läuft die heutige Tour?

Ein Fall für einen lieben Bergfreund, der einfach alle Gipfelnamen kennt.

So filtert er aus dem Franziszeischen Kataster als Namen für die höchste Erhebung der Millstätter Alpe Hofalpeneck heraus. Gleich dazu merkt er auch an, dass der Hochpalfennock einfach ein aus der Kurrentschrift falsch gelesener Hofalpennock sein dürfte. Das macht Sinn, steigt man doch über die Hofalm auf.

So wird diese Tour selbst im Nachhinein am Schreibtisch noch eine spannende Angelegenheit.

Noch kurz ein Wort zu den aktuellen Schneeverhältnissen:

Sobald die Sonne schattseitig nur ein wenig dabei war, findet man herrlichsten Bruchharsch vor. Pulver gibt es nur mehr in windgeschützten und sehr schattigen Bereichen. Sonnseitig lässt es sich hingegen im tagsüber deckelfreien "Firnpulver" genussvoll schwingen.

Panorama von der Millstätter Alm nach Westen
Panorama von der Millstätter Alm nach Westen

16.12.2020 Rawikautz und Steinberg

Rawiwer, Rawiwas, Rawiwo? Rawikautz! Wer diesen Gipfel nicht kennt, hat zumindest - was die Aussicht betrifft - nichts verpasst. Denn es handelt sich um einen reinen Waldberg direkt östlich vom Wurzenpass. Seinen großen Bruder, den Steinberg, kennen vielleicht ein paar Einheimische, aber auch er steht auf der Liste der Aussichtsberge sehr weit unten. Trotzdem kann man diese beiden Berge erklimmen. Über den Steinberg führt sogar ein markierter Wanderweg, der Rawikautz ist hingegen nur weglos zu erreichen, was im Winter ja egal ist.

Gerade der Rawikautz bietet sich aber als kurze Schitour im Raum Villach an, wenn andere Schitourenziele vielleicht überlaufen sind oder die Lawinengefahr noch sehr groß ist. Man sollte sich grundsätzlich bei Abfahrten durch den Wald aber wohl fühlen, denn diese Abfahrt über den flachen Forstweg ist schitechnisch genauso lohnend wie die Aussicht von seinem Gipfel.

14.12.2020 Zehner

Es ist 7h in der Früh. Der Papa packt die Schitourensachen vor den Augen des Sohnemanns zusammen. Dieser schaut ihn mit großen Augen an und sagt:

Will auch Schitour gehen!

Kann man seinem Sohn solch einen Wunsch abschlagen? Also folgt das Versprechen:

Am Nachmittag geh ich mit dir auch eine Schitour.

Versprochen ist versprochen und so geht es nach der Vormittagstour auf die Göriacher Alm am Nachmittag mit meinem kleinen Mann sowie seinem etwas älteren Cousin hinauf auf die Roßtratte.

Dort schnallen wir unsere Schier an und wandern auf den Zehner. Mein Neffe ist mit 8 Jahren schon fast ein Schitourenvollprofi und feuert seinen 5-jährigen Cousin bei dessen erster Schitour super an.

Oben angekommen genießen wir alle den Sonnenuntergang und schwingen im letzten Tageslicht hinunter. Was für ein Erlebnis!

14.12.2020 Göriacher Berg

Wenn mich meine Schwester schon so lieb fragt, ob ich nicht mit ihr eine Schitour machen möchte, dann kann ich natürlich nicht nein sagen. Vor allem dann, wenn draußen viel Schnee liegt. Noch dazu hatte ich bei der Tourenwahl freie Hand. Tja, was macht man in so einem Fall?
Entweder eine sichere Bank wählen oder etwas risikieren?
Natürlich riskiert man was!
Mein Ziel fiel auf die Göriacher Alm. Die Schneelage Mitte Dezember 2020 ist auch in niederigen Lagen sehr gut, dadurch kann man bei einigen Touren im Tal starten. In diesem Fall im Ort Göriach auf rund 670m Seehöhe. Der Aufstieg über den Almweg auf die Göriacher Alm war schon gespurt. Da sagt man natürlich artig danke. Gewundert hat es uns aber, dass fast alle Abfahrtsspuren unmittelbar neben der Aufstiegsspur verliefen.
Bei dieser Schneelage hatte ich für meine Schwester und mich aber etwas anderes im Sinn.
Nämlich unverspurte Pulverhänge im Hochwald. Und so ging es direkt vom Göriacher Berg nach Norden zurück Richtung Tal. Der Pulver staubte uns auch im Wald nur so um die Ohren. Von Vorteil war hierbei natürlich, dass wir schon als Kinder gelernt hatten uns auf Schiern sicher durch steilen Wald zu bewegen :-)

10.12.2020 Dobratsch

Binnen zehn Tagen hat es vom traumhaften Wanderherbst in den neuen Schitourenwinter gewechselt.

Ein Italientief mit historischem Charakter hat auf den Bergen und teils auch in den Tälern für tief winterliche Verhältnisse gesorgt.

In Oberkärnten liegen selbst in den Tälern teils ein bis zwei Meter Schnee! Am Berg noch viel mehr.

Hier ist die Lawinensituation aktuell auch noch sehr angespannt.

Nach Osten zu hat es deutlich weniger geregnet und geschneit. Oberhalb von rund 500 bis 900m liegt aber auch hier genug Schnee um die Schitourensaison zu starten.

Wir haben zu Beginn wieder einmal unseren Hausberg, den Dobratsch, angesteuert.

Ziel war es nicht auf den Gipfel zu kommen, sondern sich von der aktuellen Lage ein Bild zu machen.

Wie weit hinauf ist der Schnee durchnässt?
Wie sieht es mit der Schneebruchgefahr in den Wäldern aus?

Wieviel Schnee liegt überhaupt?

Wie kompakt ist der Schnee?

Die Antworten darauf findet man nicht beim Fotovergleich im Tourenforum sondern draußen in der Natur.

Auf 900m liegen rund 50cm, in 1500m steigt die Schneehöhe gegen 1m.

Der Schnee ist weit hinauf recht feucht, aber gut gesetzt und in sich gebunden. Wir waren heute nicht über der Baumgrenze, dort sieht es dann sicher schon anders aus.

Oberhalb von Heiligengeist bis in eine Seehöhe von etwa 1250m haben wir wohl einige "Lahnerbäume" gesehen, nur ganz vereinzelt konnten wir aber Schneebruch feststellen.

Fazit: Die Unterlage für die heurige Saison ist geschaffen, jetzt braucht es einmal kühle Nachte und dann schöne Tage :-)

28.11.2020 Rabenkofel

Welch ein herrlicher Abschluss der Wandersaison in diesem sensationellen Herbst 2020. Von Ende Oktober bis Ende November reihten sich zahlreiche wunderschöne Bergtouren (große und kleine) jeweils bei strahlend blauem Himmel aneinander.

Das Finale wurde in würdiger Weise mit der Famile absolviert.

Vom Bergwerk hoch über Kaning ging es auf den Rabenkofel. Bis auf etwas Zucker auf der Schattseite waren die Berge noch schneefrei. Aber dies sollte sich nun in den kommenden Tagen ändern!

Von Süden her näheren sich ab Donnerstag (2.12.2020) einige Italientiefs der Alpensüdseite an.

Diese könnten dann für reichlich Niederschlag sorgen. Während die erste Staffel noch bis ins Tal als Schnee fallen sollte, besteht bei der zweiten Welle nur wenige Tage später aber die "Gefahr", dass die Schneefallgrenze gerade nach Osten hin massiv ansteigt. Aber die Wetterruhe ist jetzt einmal vorbei!

27.11.2020 Grenzgang Karnische Alpen

Im Kopf entstehen die größten Abenteuer! Oder auch schöne Bergideen. Eigentlich wollte ich heuer einmal am Karnischen Kamm von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unterwegs sein. Der November wäre auch die perfekte Zeit dafür gewesen, denn tagelang gab es strahlenden Sonnenschein und perfekte Wanderverhältnisse.

Geplant war zunächst vom Naßfeld zum Plöckenpass zu wandern bzw. die eine oder andere Passage auch im Laufschritt zu absolvieren.
Leider musste dieses Vorhaben auf nächstes Jahr verschoben werden.

Der nächste Plan war von der Feistritzer Alm am Grenzkamm entlang bis zum Poludnig zu marschieren.

Aber auch hier klappte es nicht ganz mit der Planumsetzung. Wegstrecke und Zeitbedarf erwiesen sich als etwas länger als gedacht bzw. wir hatten nur einen halben Tag  lang Zeit dafür.

Trotzdem war es ein wunderschöner Tag in den östlichen Karnischen Alpen.

24.11.2020 Aloisisteig und Kranzwandsteig (Dobratsch)

Direkt westlich von Villach erhebt sich der Dobratsch. Massen an Menschen pilgern mit dem Auto täglich hinauf und wandern dann auf den ausgetretenen und gut bekannten Steigen Richtung Gipfel und vertreten sich einfach rund um die Rosstratte die Füße.

Kaum jemand aber kennt die Steige, welche von Süden her auf den Villacher Hausberg ziehen. Während der eine oder andere vielleicht den "klassischen" Südanstieg schon gegangen ist, kennen den Aloisisteig wohl nur wenige. Dabei ist diese Anstiegsroute meiner Meinung nach die landschaftlich reizvollste. Wunderbare Föhrenwälder, spannende Felsabbrüche und auch technisch ist sie an einzelnen Stellen ein wenig fordernd.

Einzig die Autobahn durch die Schütt stört das Naturerlebnis etwas. Denn ständig hört man die LKWs, welche Richtung Italien oder von Süden kommend durch das Untere Gailtal donnern. Da stellt man sich unweigerlich die Frage:

Muss das sein?

Darf es in Zeiten wie diesen noch zu Subventionen für Transporte kommen, nur damit Waren quer über den Kontinent verfrachtet werden?

Können wir unseren Konsum nicht einschränken?

Müssen wir unseren Konsum nicht einschränken?

Und die Antworten darauf lauten:

Nein, es muss nicht. Subventionen auf Transporte gehören abgeschafft und wir müssen unseren Konsum überdenken, einschränken.

Jeder kann seinen Beitrag leisten, auch wir Bergsteiger. Denn auch wir sind Teil des Problems sowie Teil der Lösung!

18.11.2020 Ringmauer und Hochwipfel

Vor mehr als 15 Jahren war ich das letzte Mal am Hochwipfel. Damals  hat mich meine damalige Freundin begleitet.

Vor knapp über 10 Jahren war ich mit einer wunderbaren Frau auf der Ringmauer. Es war die gleiche bezaubernde Person, wie wenige Jahre zuvor am Hochwipfel.

Die Ringmauer hatte aber eine besondere Bedeutung für mich und meine Begleiterin. Denn Nomen est Omen kam eine Person mit einem neuen Ring vom Berg wieder zurück ins Tal.

Heute, mehr als 10 Jahre später, werde ich noch immer regelmäßig von dieser wunderbaren Frau begleitet. Zwar nicht bei allen Bergtouren aber in allen Lebenslagen.

Somit hat eine Tour auf die Ringmauer für mich immer eine ganz besondere Bedeutung. Dass ich dann vom Hochwipfel aus auch noch das Meer gesehen habe, hat dieser aktuellen Tour die Krone aufgesetzt.

14.11.2020 Mirnock

In Zeiten wie diesen schadet es nicht auf einen Kraftberg zu gehen und als solch einer ist der Mirnock ja weit bekannt. Aber nicht nur aufgrund der geomagnetischen Linien, welche sich am Gipfel kreuzen, ist der Mirnock ein beliebtes Wanderziel. Von allen Himmelsrichtungen führen wunderbare Wanderweg auf diesen traumhaften Aussichtsberg. Kaum ein Berg Kärntens, den man von hier oben nicht sieht. Dazu kommt noch der herrliche Tiefblick zum Millstätter See.

Bei strahlendem Sonnenschein ist es also nicht verwunderlich, dass sich hier unzählige Wanderer aller Altersklassen tummeln. Auch wenige Tage vor dem zweiten Lockdown waren viele Naturliebhaber dort oben unterwegs. Denn wirklich Kraft tankt man nicht in Geschäften auf der Suche nach den letzten Schnäppchen oder Weihnachtgeschenken vor dem Lockdown, sondern in der Natur!

12.11.2020 Matschacher Gupf und Bärentaler Kotschna

Der November ist ja bekannt für zähe Hochnnebellagen und die aktuelle Lage zählt wirklich zu den zäheren ihrer Sorte. Also bleibt einem fast nichts anderes übrig als wieder in die Berge zu gehen um dem tristen Nebelgrau im Tal zu entfliehen.

Bei der Anzahl meiner Bergtouren in letzter Zeit könnte man fast schon meinen, dass es mein Beruf sei, einfach wandern oder bergsteigen zu gehen. Und ganz falsch ist es ja nicht. Mindestens eine Berufung ist es ja, würde ich sagen.

Mit den mitgebrachten Fotos kann ich den zu Hause Gebliebenen aber zumindest ein paar Sonnenstrahlen senden und ihnen ob der Schönheit der Natur vielleicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Heute waren wir nach dem Ausflug ins Mölltal wieder fast vor unserer Haustüre unterwegs. Ziele waren der Matschacher Gupf sowie die Bärentaler Kotschna, welche sich über einen Jägersteig zu einer schönen Rundtour zusammenschließen lassen.

11.11.2020 Zagutnigspitz, Lawogge und Oberer Sickekopf

Seit Tagen hängt im Tal der zähe Hochnebel. Glücklich, wer an Tagen wie diesen auf die Berge, in die Sonne kommt.

Unsere heutigen Tourenziele sind per se wahrscheinlich zunächst einmal kaum einem Wanderer und Bergsteiger bekannt. Die Namen dieser Gipfel finden sich wohl in den wenigsten Tourenbüchern. Wer es aber bis auf den Gipfel schafft wird mit einem traumhaften Panorama belohnt. An Tagen wie diesen hat es natürlich jede Tour leicht zu strahlen, man muss das Strahlen aber auch zulassen. Man muss es genießen können. Aber das haben wir heute ausgiebig getan. Neben den Bildern im Kopf sind wir auch mit unzähligen Fotos zurück nach Hause gekommen. Fotos von herrlichen Bergen, vom Hochnebel und der Sonne. Glücklich, wer an Tagen wie diesen auf die Berge, in der Sonne kam.

Foto: Blick beim Aufstieg über das Mölltal nach Südwesten.

8.11.2020 Oisternig

Nebel im Tal, strahlender Sonnenschein und traumhafte Bergsicht am Berg. Da muss man einfach hinaus, einfach hinauf, einfach Sonne tanken.

Mit Sack und Pack ging es auf den Oisternig, diesen herrlichen Aussichtsbalkon in den östlichen Karnischen Alpen.

Während beim Lockdown im April kaum jemand auf den Bergen unterwegs war, sieht dies nun anders aus. Von allen Seiten strömten die Bergbegeisterten auf den Oisternig. Platz genug ist am breiten Gipfel ja, sodass man selbst in diesen Zeiten keine Angst haben muss, einem anderen Wanderer zu nahe zu kommen.

Das ruhige Herbstwetter geht auch in den kommenden Tagen weiter. Südseitig kann man ohne Probleme bis rund 2500m hinauf wandern. Schattseitig fängt der Schnee je nach Region zwischen 2000 und 2300m an. Herrlichen Herbsttouren steht also nichts im Wege!

7.11.2020 Vellacher Egel

Der Lockdown beschäftigt sicherlich viele. Einer der schönsten Wege um dieser doch eher tristen Situation eines Lockdowns zu entfliehen führt wohl über die Berge. Wenn dann noch dazu das Wetter einfach nur traumhaft schön ist, sich Berg an Berg reiht und selbst Gipfel in 200km Entfernung noch auszumachen sind, dann weiß man, dass wir in einem Paradies leben. Am Spitzegelhöhenzug findet man Ruhe, Tiefblicke und Ausblicke. Unser Weg führte uns mit Radunterstützung von der Windischen Höhe bis zur St. Stefaner Alm und dann weiter zum Vellacher Egel. Die wenigen Wanderer, welche man zwischen Vellacher Egel und Graslitzen trifft strahlen über das gesamte Gesicht. Da wird einem einfach wieder bewusst, dass man noch mehr Zeit draußen in der Natur verbringen sollte. Denn gerade im Herbst tut uns das Sonnenlicht einfach gut. Probiert es am besten selber aus, ihr werdet begeistert sein!

31.10.2020 Tobitscher

In Zeiten, in denen alle über Abstand und Regeln sprechen, gibt es doch nichts Schöneres als sich frei bewegen zu können.

Einsame Berge wie der Tobitscher sind hierfür bestens geeignet. Noch dazu, wenn die Lärchen glühen und die hohen Berge ihr frisches Weiß präsentieren. Dann kann man die Natur in vollen Zügen genießen.

Auch für die Kinder ist so eine Wanderung ein reiner Genuss. Sie können sich kraxelnd an den vielen Bäumen versuchen. Mit den Resten des Oktoberschnees die erste Schneeballschlacht des Jahres machen oder sich einfach nur nach Herzenslust bewegen.

Diese Freiheiten braucht jeder von uns und wir haben das Glück in einer Region zu wohnen, wo wir die Freiheit im Zuge solcher wunderschönen Wanderungen auch finden können.

Nutzt es! Genießt es! Geht hinaus, denn die Natur kann oft Heilung für Körper und Seele sein!

28.10.2020 Monte Piper

Wie oft bin ich schon auf diesen Berg gegangen? Zumindest theoretisch. Praktisch hat es bis in den Herbst 2020 gedauert, ehe es so weit war. Warum so lange? Naja, der Weg vom Mittagskofel zum Monte Piper war über Jahre hinweg offiziell gesperrt und erst heute habe ich mir gedacht: Egal, ich schau mir das jetzt an, irgendwie werde ich schon hinkommen. Weil das Wetter ist für diese Tour perfekt. Sonnenschein und nach Süden zu der frisch verschneite Montasch. Das musste einfach passen. Bei der Abzweigung beim Biv. Gemona unterhalb des Mittagskofels dann die positive Überraschung. Der Weg ist nicht gesperrt. Das steigerte die Freude nochmals, wobei alleine das traumhafte Panorama hatte den ganzen Aufstieg über schon für beste Stimmung gesorgt. Am Weg zum Monte Piper waren schließlich alle 22 mehr oder weniger langen Seilpassagen in perfektem Zustand. Zurück ging es über den gemütlichen Weg ins Sompdogna-Tal und nach einem kurzen Gegenanstieg zum Pass vorbei am Rif. Grego (schon geschlossen) wieder hinunter in die Saisera.

Fazit: Diese Tour aber auch die Wanderungen auf den Mittagskofel oder den Jof di Sompdogna sind im Herbst nach Schneefällen in den Hochlagen der Julier einfach wunderschön.

Bergwetterseminar am 17.10.2020 am Dobratsch

Ein wirklich spannender Wettertag hat die Wetterseminarreihe in diesem Jahr beendet. Eigentlich hätte man sich Mitte Oktober ja Hochnebel, braune Almmatten, vielleicht weiße Spitzen in den Tauern und Hochnebel im Tal erwartet.

Geworden ist es eine Winterwanderung bei einem Mix aus Hochnebel im Tal, Sonne und Wolken am Berg, garniert mit dem einen oder anderen kurzen Schnee- bzw. Graupelschauer.

Wetterherz was willst du mehr.

Bei so viel Wetter gab es natürlich auch viel zu besprechen. Das Ergebnis waren unzählige Löcher in meinem Bauch, welche aber spätestens beim Abschluss im Rosstrattenstüberl wieder gefüllt werden konnten.

Nach so einem tollen Abschluss muss die Wetterseminarreihe im nächsten Jahr einfach fortgesetzt werden!

9.10.2020 Vetta Bella- Schönkopf (Julische Alpen)

Meine letzte Tour in den Juliern ist schon eine Zeit her. Heuer war ich nicht bei unseren südlichen Nachbarn und letztes Jahr im Sommer auch nicht. Anfang August 2018 war ich zuletzt in den Julischen Alpen unterwegs. Damals am Grande Nabois.

Jetzt, Anfang Oktober 2020, war es wieder einmal so weit. Unser eigentliches Ziel, die Terrarossa, konnten wir leider nicht ansteuern, denn die Straße hinauf auf die Peccol Alm ist aktuell gesperrt. So ging es zurück Richtung Tarvis und unsere Wahl fiel auf die Vetta Bella. Dieser feine Aussichtsberg knapp östlich des Wischbergs ist eher selten begangen und vielleicht gerade deshalb auch ein so lohnendes Ziel.

Die schattigen sowie höheren Lagen präsentierten sich schon frühwinterlich und beim Blick auf die aktuelle Wetterprognose dürfte man ab Sonntag wohl eher die Tourenschi als die Bergschuhe brauchen. Man kann gespannt sein, was da  auf uns zukommt....

Panorama von der Vetta Bella nach Westen
Panorama von der Vetta Bella nach Westen

16.9.2020 Tolzer, Gaugen, Stawipfel und Annaruhe

Die Kreuzeckgruppe, ja, bei dieser Gebirgsgruppe komme ich immer wieder ins Schwärmen. Zuletzt im Winter, als wir mit den Tourenschiern rund um den Tolzer unterwegs waren. Damals schon hatte ich den Plan gefasst, im Sommer einmal wieder zu kommen um das Gelände für weitere Schitouren auszukundschaften. Nachdem ich kein Auto hatte ging es mit dem Zug und einem ausgeborgten E-Bike nach Greifenburg. Vom Bahnhof hieß es die knapp 1000 Höhenmeter hinauf zum Gaugenschutzhaus zu treten. Und auch wenn es ein E-Bike war, 1000 Höhenmeter müssen trotzdem getreten werden.

Zu Fuß ging es dann auf den Tolzer und den Gaugen. Der Weiterweg Richtung Stawipfel führte mich über den herrlichen breiten Rücken zwischen Tolzer und Putzen und schließlich hinab in das Schanitzentörl. Von dort leiten alte Markierungen und hin und wieder auch Steigspuren entlang des Südrückens bzw. Südgrates hinauf auf den Stawipfel. Ob eine Überschreitung vom Stawipfel zur Annaruhe möglich ist, habe ich im Internet nicht wirklich herausgefunden. Wie es aber der Zufall so will, wusste die einzige Person, die ich an diesem Tag nach dem Tolzer getroffen habe, Bescheid. Denn dieser schon etwas ältere Wanderer hatte den Stawipfel von der Annaruhe her überschritten und erzählte mir, dass er selbst vor 20 bis 30 Jahren den Übergang zwischen Annaruhe und Stawipfel markiert hätte. Also konnte ich diesen kurzen Teil guten Gewissens ins Angriff nehmen. Wenn man etwas Gespür für die richtige Route hat und die alten Markierungen erkennt, schafft man diesen Gratabschnitt auch relativ leicht.

Von der Annaruhe ging es dann flotten Schrittes hinab zur Bödenalm und zurück zum Gaugenschutzhaus. E-Bike und Zug brachten mich schließlich wieder zurück nach Hause.

9.9.2020 Marchkarspitz und Arlhöhe

Nur einen Tag nach der Eiskargletschermessung ging es schon wieder ab in die Berge. Wie jedes Jahr durfte ich auch heuer wieder angehende Bergretter im Rahmen einer Ausbildungswoche beim Kölnbreinspeicher zum Thema Bergwetter schulen.

Nachdem ich vom Vortag noch etwas müde war, wollte ich es gemütlich angehen. So war es der Plan vom Kölnbreinstüberl zum Winschnabel zu wandern. Als ich dann aber auf der Marchkarscharte stand, lachte mich das Marchkarspitzgipfelkreuz sowie eine Markierung dorthin an. Die Markierungen führten aber nicht auf den Gipfel sondern hinüber zur Arlscharte. Also hieß es bei passender Gelegenheit das markierte Steiglein verlassen und weglos zum Grat hinauf aufzusteigen. Dort angelangt, fand ich dann wieder ein paar Steinmännchen, welche mir den Weg zum Gipfelkreuz leiteten.

Da ich beim Abstieg noch etwas Zeit hatte, entschied ich mich auf der Arlscharte noch schnell die Arlhöhe mitzunehmen.

Der Weinschnabel muss also noch etwas warten. Aber nächstes Jahr darf ich weiter schulen und dann könnte auch der Weinschnabel einmal an die Reihe kommen.

8.9.2020 Eiskargletschermessung 2020

Anfang September geht es im Auftrag des OeAV immer zum südlichsten Gletscher Österreichs, dem Eiskar in den Karnischen Alpen, um dessen Längenänderung im Vergleich zum Vorjahr zu messen.

Das Gletscherhaushaltsjahr 2019/20 war in vielerlei Hinsicht komplett konträr zu seinem Vorgänger. Im Winter 2018/19 schneite es erst extrem spät (April und Mai) und bereits der Juni war der wärmste Sommermonat. Im Winter 2019/20 schneite es nur sehr früh (nämlich im November und Dezember) und erst der August war der wärmste Monat der Schmelzsaison. Im September 2019 waren wir nur zu zweit am Gletscher unterwegs, heuer umfasste das Messteam rekordverdächtige 11 Personen plus einem Journalisten von der Kronen Zeitung sowie einem Kamerateam.

Die klassische Längenmessung rückte heuer fast in den Hintergrund. Dabei sind die Ergebnisse grundsätzlich erfreulich. Denn bis auf einen Messpunkt im östlichen Gletscherteil, wo sich das Eis ein wenig zurückgezogen hat, lagen noch alle Messpunkte unter dem Altschnee des letzten Winters.

Wie schon im September 2014 wurde auch heuer wieder ein Schneeschacht zur Eruierung der Schneedichte gegraben und auch die Schneehöhe wurde mittels einer Lawinensonde gemessen (alle Ergebnisse dazu im ausführlichen Bericht Eiskagletschermessung).

Ganz besonders gefreut hat es mich aber, dass die KELAG mit einem terrestrischen Laserscanner mit im Eiskar war. Fast wären diese Messungen jedoch dem hartnäckigen Hochnebel zum Opfer gefallen. Aber da wir heuer auch von einem Kamerateam begleitet wurden, dauerte alles etwas länger als sonst und so waren wir auch am Nachmittag noch am Gletscher unterwegs, als der Hochnebel endlich verschwand.

Zusätzlich wurden heuer alle Messpunkte mittels hochauflösendem GPS eingemessen.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen Mitstreitern bedanken, welche die großen Anstrengungen auf sich genommen haben. Denn jeder oder jede der/die schon einmal mit im Eiskar war weiß, diese Mühen sind nur für Ruhm und Ehre und ev. noch für ein gutes "Loncium ":-).

21.8.2020 Reißkofel

Der kürzeste Weg auf den Reißkofel führt von der Südseite über die Jochalm auf den Gipfel. Eine besonders im Abstieg traumhaft schöne aber als Tagestour ausgesprochen lange Variante ist hingegen der alternative Aufstieg von Weißbriach aus. Dazu muss man nämlich zunächst den langen Gösseringgraben bis zur Compton Hütte marschieren. Von dort geht es dann hinauf zum Köfeletörl und weiter zum Gipfel. Für den Abstieg empfiehlt sich dann die aussichtsreiche Gratwanderung über den Sattelnock nach Osten zur Napalnalm und von dort zurück hinunter nach Weißbriach. Bei schönem Wetter ist der Blick in die Karnischen und Julischen Alpen einfach wunderschön. Besonders wenn dann vielleicht auch die Nachmittagssonne für herrliche Licht- und Schatteneffekte sorgt.

Panorama vom Reißkofelgipfel nach Osten
Panorama vom Reißkofelgipfel nach Osten

18.8.2020 Garnitzenklamm

Mit Kinderaugen sieht die Welt ganz anders aus. Denn für manch einen Erwachsenen könnte die Garnitzenklamm zu wenig "schluchtig" erscheinen. Für die Kinder ist es aber einfach herrlich immer wieder zum Wasser hinunter zu können und dort nach Herzenslust zu spielen. Wer dann noch alle vier Teile der Garnitzenklamm erwandert und über das Kirchlein St. Urban zurück zum Ausgangspunkt geht, absolviert auch eine ordentliche Halbtagestour.  Für ganz Mutige empfiehlt sich sogar die Mitnahme von Badesachen, wenngleich der Garnitzenbach schon sehr frisch ist, aber die unglaubliche Farbe in den Naturpools ist dann manchmal doch sehr verlockend.

15.8.2020 Weißenbachklamm

Klein aber fein, unter dieses Motto könnte man diese eher unbekannte Klamm im Gitschtal stellen. Zwar kann sie nicht mit den spektakulären Wasserfall- und Wandhöhen anderer Schluchten mithalten, dafür findet man hier noch ein sehr ursprüngliches und natürliches Umfeld. Nur kleine Stege führen über den Weißenbach und über kurze Leitern überwindet man das ein oder andere Mal einen Felsaufschwung. Zuletzt wartet aber eine etwa 10m hohe Leiter auf die Wanderer, welche man so wohl in keiner anderen Klamm oder Schlucht finden dürfte.

8.8.2020 Falkert (Murmelsteig) und Rodresnock

Vor genau einem Monat habe ich mir einmal den Murmelsteig hinauf zum Falkertspitz angeschaut. Ob die Kinder die Tibetbrücke schon schaffen würden? Nachdem ich damals einen 7-jährigen Burschen ohne Probleme drüber gehen gesehen habe, hatte ich eigentlich kaum Zweifel. Und tatsächlich war der Steig dann für die Kids problemlos zu schaffen. Der Kleinste musste sich bei der Tibetbrücke zwar gewaltig strecken und im oberen Teil machte sich dann bei allen langsam die Erschöpfung bemerkbar, aber alle haben die Tour wunderbar gemeistert. Als Zugaben haben wir auch noch den Rodresnock mitgenommen und zur Belohnung gab es bei der Rückfahrt noch eine herrliche Abkühlung im Afritzer See. Da kommt beim Bergsteigervater Freude auf :-)

6.8.2020 Gamskarlspitz

Gamskarlspitz, noch nie gehört? Dieser kleine aber feine Gipfel liegt am Tauernhauptkamm etwas westlich des Ankogels. Schon vor rund 20 Jahren bin ich mit meinem Vater über das Gamskarlkees und den Ostgrat auf diesen Gipfel aufgestiegen. Dieses Mal wählte ich für den Aufstieg die "Normalroute". Aber wer sich jetzt einen fein markierten Steig vorstellt, den muss ich hier enttäuschen. Wer auf diesen einsamen Gipfel gelangen möchte muss schon sehr genau schauen und ein gutes Gefühl für den einfachsten Weg haben. Denn sobald man den markierten Höhenweg knapp östlich der Mindener Hütte verlässt, finden sich nur mehr wenige Steinmännchen und höher oben alte Markierungen, welche Richtung Gipfelkreuz leiten. Knapp unter dem höchsten Punkt muss man auch seine Armkraft unter Beweis stellen. Denn ein kurzer mit einem dünnen Stahlseil versicherter Felsaufschwung erfordert Kraft und etwas Mut. Direkt beim Gipfel wartet dann eine gemütliche Holzbank auf die Bergsteiger. Fazit: Ich liebe einfach diese einsamen Berge.

30.7.2020 Mittagskogel NO-Grat Sonnenuntergangstour

Wie oft habe ich diesen Sommer am Abend schon vom Tal aus auf den wunderschön beleuchteten Mittagskogel geschaut und mir gedacht, wie schön wäre es jetzt, dort oben zu stehen. Einer spontanen Eingebung folgend packte ich nach einem frühen Abendessen meinen Rucksack und ab ging es Richtung Berta Hütte. Die Straße hinauf ist im Moment übrigens ganz ok.

Vom Parkplatz in knapp unter 1200m ging es im Eilzugtempo hinauf zur Hütte. Am NO-Grat ließ ich es dann etwas gemütlicher angehen, denn immer öfter musste ich die herrliche Stimmung mit der Kamera einfangen.

Nachdem die Sonne dann hinter einer Gewitterwolke über Osttirol verschwunden war, dachte ich schon, das war es jetzt. Doch am Gipfel wurde ich dann nochmals mit unglaublichen Lichtstimmungen belohnt. Gleichzeitig sorgten flache Wolken südlich der Karawanken für herrliche Fotomotive.

Was soll man da noch sagen?

Vielleicht einfach nur: Danke!

25.7.2020 Zirmsee

Unter dem Motto "Tiefgekühlte Geschichte" ging es im Rahmen der Nationalparkakademie vom Alten Pocher im Kleinen Fleißtal hinauf zum Zirmsee. Der Archäologe Thomas Bachnetz von der Uni Innsbruck gab spannende Einblicke in die archäologische Aufarbeitung des Goldbergbaus in der Goldzeche (einem teils noch vergletscherten Hochkar südlich des Hocharns) und ich durfte den interessierten Teilnehmern Einiges über die Entwicklung der Gletscher in den Hohen Tauern und den Klimawandel erzählen.

21.7.2020 Rotschitza Klettersteig

Nachdem wir im Mai schon zahlreiche Klettersteige am Kanzianberg und der Peterlewand in St. Urban am Ossiacher See getestet haben, ging es nun für die Kinder zum ersten Mal auf einen etwas längeren Klettersteig. Der Rotschitza Klettersteig oberhalb der Baumgartner Höhe hoch über dem Faaker See bietet sich da sehr gut an. Denn die Anreise von Villach ist nicht lange und der Zustieg ist relativ kurz. Er ist zwar mit 45min angeschrieben, selbst mit Kindern ist diese Zeit aber leicht zu unterbieten. Der Klettersteig selbst ist mit B/C bewertet, man sollte mit Kindern also doch schon etwas geübt haben, bevor man diesen Steig in Angriff nimmt. Die Seilbrücken über den Bach sind auch für kleinere Kinder perfekt zu gehen und machen wirklich Spaß.  Durch die Nähe zum Bach, welcher bei einer kleinen Seilbrücke auch für Spritzeinlagen sorgt, macht dieser Klettersteig auch ein heißen Tagen Spaß.

19.7.2020 Mittagsnock (Gailtaler Alpen)

Letztes Jahr habe ich den Mittagsnock vom Gitschtal aus bestiegen. Damals im Rahmen einer Höhenwanderung von Weißbriach bis nach Hermagor. Dieses Mal machten wir uns vom Weißensee aus hinauf auf diesen "kleinen" Gipfel. Zunächst ist der Aufstieg durch Wald und über Wiesen relativ unspektakulär. Bevor der zunächst breite Kamm erreicht wird, bewegt man sich aber schon durch einen herrlich ursprünglichen Wald. Die Gratwanderung hin zum Gipfel bietet dann doch einige spannende Tiefblicke. Beim Rückweg ging es noch auf einen Einkehrschwung zur Naggleralm.

18.7.2020 Bergwetterseminar am Dobratsch

Endlich war es so weit und das erste Bergwetterseminar im Jahr 2020 konnte über die Bühne bzw. über den Berg gehen. Denn bei diesem Seminar sind wir (nomen est omen) draußen am Berg unterwegs und weil wir ja auch etwas über das Wetter lernen wollen bei jedem Wetter.

So ging es an einem interessanten Wettertag mit einer sehr interessierten Gruppe von der Roßtratten hinauf zum Dobratsch Gipfel. Schon beim Aufstieg wurden zahlreiche Wetterthemen angesprochen.

Nach dem Gipfelsieg folgte im Gipfelhaus ein "theoretischer" Block mit zahlreichen praktischen Tipps zum Thema Bergwetter aber auch zur Wolkenkunde und wie man sie im Gelände für seine Tourenplanung nutzen kann. Nach dem Mittagessen ging es wieder raus zur Wetterstation und dann trotz ein paar Regentropfen mit bester Laune zurück zum Parkplatz.

 

Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, der Tag hat mir wirklich viel Spaß gemacht und wettertechnisch war auch so einiges dabei!

8.7.2020 Falkert (Murmelsteig B/C) und Rodresnock

Endlich komme ich wieder regelmäßig hinaus auf die Berge! Und nachdem ich heute am Vormittag in Feldkirchen zu tun hatte nahm ich gleich Wanderzeug und Klettersteigausrüstung mit, um mir am Nachmittag einmal den Murmelklettersteig am Falkert anzuschauen. Vom Falkertsee weg geht es zunächst gemütlich und höher und dann steil hinauf zum Einstieg. Der Steig selbst ist angenehm zu gehen, einzelne etwas ausgesetztere Passagen wechseln mit leichten Abschnitten ab. Den Höhepunkt des Steiges stellt sicherlich schon die Nepalbrücke dar. Wer mit dem Klettersteiggehen beginnen möchte, findet hier sicherlich einen schönen Steig vor.

Vom Falkertspitz ging es dann noch schnell hinüber zum Rodresnock und so war eine kleine aber feine Nachmittagsbergtour auf der Welt.

Westpanorama vom Falkertspitz
Westpanorama vom Falkertspitz

30.6.2020 Dobratsch

Wie konnte mir das nur passieren? Plötzlich war um mich herum nur mehr Nebel. Die reinste Suppe mit null Sicht.

Damit euch genau das nicht passiert gibt es am 18.7.2020 und am 1.8.2020 jeweils ein Bergwetterseminar am Dobratsch.

Wo gibt es die besten Wetterinfos und wie kann ich einschätzen, ob eine Quellwolke für mich gefährlich wird/ ist oder nicht. Diese Fragen sowie viele weitere Informationen rund um Wetter und Klima werden im Rahmen einer Wanderung auf den Dobratsch sowie einem Vortrag im Gipfelhaus behandelt.

 

Während es für das Seminar am 18.7.2020 nur mehr einen freien Platz gibt, sind für das Seminar am 1.8.2020 noch einige Plätze frei (Anmeldungen bitte unter: berg.und.schitourenseite@gmail.com ).

Um ein paar authentische Fotos zu machen war ich heute bei, ja man könnte sagen, bescheidenen Sichtverhältnissen am Villacher Hausberg unterwegs.

31.5.2020 1. Eiskarbegehung im Jahr 2020

Seit 1998 sind entweder der Senior- oder der Juniorgletschermesser jedes Jahr Ende Mai oder Anfang Juni ins Eiskar hinauf gestiegen um die sich einen Eindruck über die Schneehöhen nach dem Winter zu machen. Im Jahr 2020 war es zum ersten Mal der Fall, dass beiden Gletschermessern ein Aufstieg nicht möglich war und wir hatten uns schon mit dem Gedanken abgefunden trotz des spannenden Winterhalbjahres erst im Juli die ersten Schneemessungen am südlichsten Gletscher durchführen zu können.

Aber glücklicherweise können wir auf einen sehr umfangreichen, motivierten und auch erfahrenen Eiskarhelferkreis zurückgreifen. Und so oblag dieses Jahr die verantwortungsvolle und spannende Aufgabe, die "Winterbegehung" zum Eiskar samt Schneehöhenmessung zu leiten, bei meinem Bruder.

Wie so oft in den letzten Jahren wurden das kleine aber konditionsstarke Messteam auch heuer wieder von Mitgliedern der Bergrettung Kötschach-Mauthen begleitet. Ein herzlicher Dank an dieser Stelle für die jahrelange Unterstützung und Freundschaft.

Wenn man nicht selbst zum Gletscher aufsteigen kann, bleibt einem zu Hause nichts anderes übrig als zu warten bis die Meldung von der erfolgreichen Begehung eintrifft.

Die Daten der Schneehöhenmessung sowie die Bilddokumentation der "Winterbegehung" haben aber schließlich die im Vorfeld gesteckten Erwartungen im Großen und Ganzen ziemlich genau erfüllt.

Mit einer mittleren Schneehöhe von 6,6m liegt heuer etwas mehr Schnee als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die größte Schneehöhe wurde mit 11,3m gemessen. Durch den fehlenden Hoch-und Spätwinterschnee präsentiert sich die Schneedecke am Gletscher schon jetzt relativ "schmutzig", wie es sonst erst etwa einen Monat später der Fall ist. Die gewaltige Schneefälle im Frühwinter haben aber dafür gesorgt, dass die Schneedecke sehr kompakt ist und im Gegensatz zum letzten Jahr dürfte sich der Schnee deutlich länger in den Sommer hinein halten.

Zum Schluss nochmals mein ausdrücklicher Dank an Michi, Schurli, Richard und Mario für ihren Einsatz!

29.5.2020 Mallestiger Mittagskogel

In Zeiten wie diesen hat man es als Bergsteiger in einem Grenzgebiet nicht leicht. Die meisten Gipfel der Karawanken oder auch Karnischen Alpen liegen unmittelbar an der Staatsgrenze und viele Wanderwege führen zumindest für kurze Zeit über italienisches oder slowenisches Staatsgebiet. Wenn man den Grenzübertritt am Wanderweg wagt, muss man dann nach der Tour in eine 14-tägige Quarantäne?

Darf ich vom Sattel oberhalb der Mitzl-Moitzl Hütte nach Süden auf den Murnovec gehen? Ist der Weg entlang der Grenze hinauf zum Schwarzkogel oder Mallestiger Mittagskogel noch erlaubt?

Antworten darauf sucht man wahrscheinlich vergebens.

Aber der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass dies doch kein Problem sein kann. Und so sehen es scheinbar auch viele Wanderer, denn auf den Gipfeln oberhalb der Baumgartner Höhe waren heute einige Leute unterwegs.

8.3.2020 Sauofenscharte und Schimpelscharte

Welch ein Kontrast! Am Vortrag waren wir bei stürmischem Wind zusammen mit zahlreichen anderen Schitourengeherinnen und Schitourengehern am Preber unterwegs. Und am nächsten Tag genossen wir die Einsamkeit und Ruhe etwas weiter östlich in den Schladminger Tauern. Besonders auf der Nordseite der Sauofenscharte, im Hüttkar, sowie am Weg zur Schimpelscharte fanden wir traumhaftes Schitourengelände abseits der stark frequentierten Routen vor. Endlos weite Flanken, herrliche Kare, Pulverschnee und unverspurte Hänge warteten auf uns. Schöner kann Schitourengehen kaum sein. Die Gruppe kam trotz der doch recht langen Tour aus dem Schwärmen nicht heraus. Dazu begleitete uns die längste Zeit traumhaftes schönes Winterwetter. Schitourenherz, was willst du mehr?

7.3.2020 Preber

Der Preber ist wohl eines der beliebtesten Schitourenziel in Österreich! An jedem schönen Wochenende tummeln sich hier hunderte Schitourengeher. An einem mäßig windigen und nicht ganz so schönen Samstag sahen wir unsere Chance gekommen, diesen Berg einmal ohne Menschenmassen zu erleben. Dazu erhofften wir uns ganz passablen Pulver.

Der mäßige Wind entpuppte sich jedoch als teils stürmischer Nordwestwind, welcher die -9°C am Gipfel wie -18°C erscheinen ließ. Beim Aufstieg traute ich einem bereits abfahrenden Schitourengeher nicht so recht, der von einem Iglu unmittebar am Gipfel erzählte. Doch oben angekommen staunte ich nicht schlecht, als sich direkt neben dem Gipfelkreuz ein wunderbar großer Iglu, der innen mehreren Personen Platz und Schutz bot, erhob. Bei der Abfahrt fanden wir dann auch den passablen Pulver vor und da wir eher unter den ersten Abfahrern waren, konnten wir uns die besten Hangpassagen noch selber aussuchen. Denn das halbwegs alleine sein, ist am Preber scheinbar nur ein frommer Wunsch. Trotz des Windes und der teils eingeschränkten Sicht pilgerten zahlreiche Sportler auf diesen Gipfel. Bei ähnlichen Bedingungen findet man in Kärnten oder Osttirol selbst auf Standardschitouren nur wenige ambitionierte Schitourengeher. Aber für uns war es trotzdem eine spannende Tour, die uns allen in Erinnerung bleiben wird.

27.2.2020 Kosiak

Unglaublich, aber  es gibt ihn noch, den Neuschnee im Winter. Im Klagenfurter Becken hat es zwar nur für den einen oder anderen Zentimeter gereicht und auch im Westen ist nur wenig Neuschnee gefallen. Aber in den Karawanken hat es zum ersten Mal seit gut zwei Monaten wieder richtig kräftig geschneit. In Lagen um 1000m waren es rund 10 bis 20cm, ab 1500m rund 30-50cm Neuschnee. Den frischen Pulver wollten wir genießen und so entschieden wir uns, dem Kosiak einen Besuch abzustatten. Aufgrund der fehlenden Unterlage muss man leider fast den gesamten Weg von der Stouhütte bis knapp unter die Matschacher Alm am Forstweg aufsteigen bzw. abfahren. Die Westflanke vom Kosiak hatte aber heute herrlichen Pulver zu bieten. Bei der Abfahrt staubte es so richtig und die meisten hatten ein breites Grinsen im Gesicht. Wer aber auf eine Stelle ohne Schneeunterlage kommt, muss mit Steinkontakt rechnen, denn gerade in den sonnseitigen Hängen war es vor dem Schneefall bis weit hinauf aper.

20.2.2020 Nockberge Durchquerung

Seit Jahren schon träume ich von einer Schidurchquerung der Nockberge. Aber entweder hatte ich keine Zeit, wenn die Schneelage gut war, oder ich hatte Zeit aber die Schneelage passte nicht, oder ich hatte keine passende Begleitung.

Aber im Feber 2020 war es nun endlich so weit. Der extrem schneereiche Frühwinter hatte die Hochlagen der nördlichen Nockberge mit reichlich Nassschnee eingedeckt, sodass nur die exponiertesten Rücken und Grate abgeblasen sind. In den Mulden oder auch den Tälern liegen teils sehr große Schneemengen. Im Bereich der Grundalm erinnern die Schneehauben auf den Steinen und Baumstümpfen eher an die Julischen Alpen als an die Nockberge. Damit passte einmal die Schneelage.

Mein Vater hatte sich gleich als Chauffeur angeboten. Er würde "nur" bis auf den Königstuhl gehen und die Durchquerer dann in St. Oswald abholen. So konnten wir die Tour in vollen Zügen genießen. Nur das Wetter war nicht ganz auf unserer Seite. Eigentlich war die Tage zuvor auch von uns selbst teils noch strahlender Sonnenschein prognostiziert worden. Aber am Tag der Durchquerung mussten wir feststellen, dass selbst zwei so motivierte schitourengehende Meteorologen  nicht vor einer Fehlprognose gefeit sind.

Trotzdem war es eine herrliche Tour und eines ist sicher, wir kommen wieder...

18.2.2020 Dobratsch - Abfahrt über den Lahner Richtung Bad Bleiberg

Nachdem es nun seit 2 Monaten keinen nennenswerten Neuschnee mehr gegeben hat und die Temperaturen ebenso lange durchwegs über dem langjährigen Durchschnitt lagen, ist die Schneelage in den tieferen Regionen im Raum Villach aktuell sehr bescheiden. Also entschied ich mich auf die Roßtratte zu fahren, den Gipfel des Dobratsch zu erwandern und dann in den Lahner hinunter abzufahren. Normalerweise ist mir sowas ja nicht sympatisch, in einen steilen Hang einzufahren ohne die genauen Verhältnisse zu kennen. Aber bei der aktullen Schneelage habe ich mir keine großen Überraschung erwartet. Der Lahner selbst war dann vielleicht etwas glatter poliert als gedacht, aber in Summe ganz gut zu fahren. Die Abfahrt erfolgte übrigens bis auf rund 1550m. Für den Rückanstieg sind derzeit unbedingt Harscheisen notwendig.

8.2.2020 Kleiner Ankogel - Abfahrt nach Böckstein

Immer wieder schon hat mich ein lieber Freund in den letzten Jahren gefragt, wann wir denn endlich einmal von der Radeckscharte nach Böckstein abfahren werden. Nun, Anfang Feber 2020 war es so weit.

Aber die Tour hat gleich einmal mit einem "Schock" begonnen:

Das Schitourenticket für die Bergfahrt mit den zwei Gondelsektionen im Schigebiet Mallnitz kostet mit Stand 2020 € 30! In anderen Schigebieten kann man dafür einen ganzen Tag Schi fahren. In Mallnitz gerade einmal zwei Gondeln benutzen, welche ihre beste Zeit so wie das ganze Drumherum schon lange hinter sich haben und eher an den "Ostblock" erinnern.

Naja, einmal macht man das, aber wer keinen Schipass hat, dem kann ich diese Aufstiegsvariante echt nicht empfehlen.

Oben im Gelände ist der Grant aufgrund des schönen Wetters aber bald verflogen. Die Abfahrt hinab ins Anlauftal war dann ganz gut, schönen Pulver gab es aber, wie erwartet, nur in sehr geschützten Mulden.

29.1.2020 Hilmersberg

Nach der Sonnenaufgangstour auf den Mohar folgte im Rahmen der Bergwanderführerausbildung in der Asten nach dem Übungsprogramm auch noch eine Tour auf den Hilmersberg. Nachdem wir beim Start noch wunderschönes Wetter hatten, trübte sich die Sicht mit zunehmender Höhe ein. Wir tauchten zwar nicht in den Nebel ein, das flache Nachmittagslicht in Zusammenhang mit dichten Wolken sorgte jedoch dafür, dass man bei der Abfahrt quasi keine Bodensicht hatte. Aber jedes Mal, wenn ich bei nicht so tollen Bedingungen unterwegs bin, denke ich schon an die nächsten Bergwetterseminare, ein paar "Schlechtwetterfotos" inklusive. Auf die Homepage schaffen es aber nur die Schönwetterfotos :-)

Kurz vor Sonnenaufgang am Mohar
Kurz vor Sonnenaufgang am Mohar

27.1.2020 Sonnenaufgangstour auf den Mohar

Im Rahmen des Winterkurses für den Kärntner Bergwanderführer war ich Ende Jänner 2020 eine Woche lang am Sadnighaus in der Asten stationiert. Zwischen den Übungseinheiten (ausschließlich mit Schneeschuhen) blieb kaum Zeit um die Schiberge rund um das Sadnighaus mit Tourenschiern zu genießen. Am ehesten war ganz zeitig am Morgen oder am späten Nachmittag ein "Loch" für eine kurze Schitour zu finden. Also entschied ich mich den Mohar einmal vor dem Frühstück als Sonnenaufgangstour zu besteigen. Der frühe Start in den Tag machte sich aufgrund der herrlichen Stimmungen voll bezahlt. Die Sonne tauchte bei ihrem Aufgang unmittelbar neben dem Mölltaler Polinik den Himmel in ein wundervolles Licht.

17.1.2020 Spiegeleis am Weißensee

Das wochenlange trockene Inversionswetter hat dazu geführt, dass der gesamte Weißensee zugefroren ist. Einen Tag bevor ein "sinnloser" Zentimeter Neuschnee das traumhafte Spiegeleis am 18.1.2020 zugedeckt hat, machten wir uns auf den Weg zum Weißenseeostufer und genossen das wunderbare Eis. Knapp östlich der Brücke war dann Schluss und es ging wieder zurück Richtung Stockenboi.

Alle Eisläufer (so auch wir) waren mit einem breiten Grinser unterwegs. Die Tiefblicke ins kristallklare Wasser sind jedes Mal wieder ein unbeschreibliches Erlebnis und sorgen für faszinierte Blicke bei Jung und Alt.

Nennenswerter Neuschnee für die Südalpen ist in den nächsten 7 bis 10 Tagen übrigens nicht zu erwarten.

10.1.2020 Moschelitzen- Rodresnock

Die Nocky Mountains, wie sie manchmal liebevoll genannt werden, locken heuer gerade in den höheren Lagen mit einer sensationellen Schneedecke. Legte man in anderen Wintern die letzten Höhenmeter zum Gipfel oft über abgeblasene Rücken zurück, liegt heuer selbst auf den höchsten Stellen ausreichend Schnee. Kaum einmal habe ich die Nockberge so weiß gesehen wie heuer. Eine gute Schneelage heißt aber noch nicht, dass auch der Schnee gut zu fahren ist, so hielt sich die Begeisterung bei manch einem Tourengeher über die Schneeverhältnisse in den vergangenen Tagen eher in Grenzen. Die letzten Touren haben aber schon gezeigt, dass man in steileren Südhängen unterhalb von etwa 2000m schon firnähnlichen Schnee findet. Auf der Suche nach diesem Jännerfirn sind wir von der Moschelitzen nach Süden abgefahren. Und tatsächlich. Zwischen etwa 2000 und 1800m gab es herrlichen Firn, welcher so schön zu fahren war, dass wir beim Rückanstieg kurzentschlossen nochmals 200 Höhenmeter abgefahren sind.

Wolkenloses Panorama von der Eckwand nach Westen
Wolkenloses Panorama von der Eckwand nach Westen

29.12.2019 Maresenspitz

Die Schneelage Ende Dezember 2019 ist südlich des Alpenhauptkamms oberhalb von etwa 1400m sehr gut. Es gilt also hohe Ausgangspunkte zu wählen. So entschieden wir uns gegen den Pulver am Gmeineck und versuchten unser Glück am mittlerweile selten im Winter begangenen Maresenspitz oberhalb von Mallnitz. Diese Tour startet in knapp 1500m und leitet in direkter Linie bis zum Wintergipfel (2533m). Motivierte Geher so wie wir können dann noch fast bis zum Sommergipfel (2916m) aufsteigen. Erst in etwa 2860m ist am Beginn des schmalen Gipfelgrates Schluss. Im Gegensatz zu den etwas südlicheren Bergen hat der Wind rund um Mallnitz aber selbst in den relativ geschützten Südlagen kräftig gewerkt und so war vom schönen Pulver nur mehr wenig über. Zwischendurch pfiff uns beim Aufstieg der Wind auch noch gehörig um die Ohren. Umso erfreulicher war die Tatsache, dass es am Ende der Schitour auf einem schmalen Gratkopf in 2860m Höhe fast windstill war. Die Abfahrt brachte dann meist tragfähigen, gepressten Pulver und zur Belohnung gab es zum Schluss noch herrliche Föhnwolken zu bestaunen.

26.12.2019 Tolzer

An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit oder zumindest ganz viel Zeit und ganz viel Kraft. Denn wer einmal am Gipfel des Tolzer gestanden ist und nach Norden geblickt hat, der kann als Schitourengeher nur träumen. Träumen von herrlichen Schitouren in einer unberührten Landschaft und das quasi vor der Haustüre. Wobei  es ja eigentlich kein Traum ist, denn man ist ja mitten drin in dieser herrlichen Landschaft. Aber beim Anblick der wunderschönen Hänge kann man fast nicht anders als kommende Unternehmungen zumindest im Geiste schon zu planen. Bei strahlend blauem Himmel und netter Begleitung kann man dann solche Touren noch mehr genießen. Kraft tanken für kommende Aufgaben, oder einfach nur abschalten.

 

Mein Dank gilt an dieser Stelle meiner heutigen Beleitung und dem Christkind bzw. der Firma Smith für einen tollen neuen Schihelm.

4.12.2019 Faschaunereck (Wintergipfel)

Die Schneelage ist in Kärnten Anfang Dezember 2019 besonders in Lagen oberhalb von 1500m verbreitet schon sehr gut. Es empfiehlt sich also einen hohen Ausgangspunkt anzusteuern. Aus diesem Grund entschieden wir uns für den Maltaberg, wo man bis rund 1600m Seehöhe auffahren kann. Eigentlich hatten wir gehofft, in der Ostflanke des Faschaunerecks harschige Verhlätnisse vorzufinden. Harsch gab es aber nur die ersten 200 Höhenmeter. Oben gab es teils gepressten Pulver, teils Harsch. Wenn man die Schwünge vorsichtig setzte, war es aber nicht so schlecht zu fahren. Das Wetter war dafür perfekt. Strahlender Sonnenschein, trockene und relativ milde Luft und die tief verschneiten Berge. Dazu noch liebe Leute als Begleitung. Herz was willst du mehr.

2.12.2019 Eiskargletschermessbericht 2019

Es hat etwas gedauert, aber jetzt ist er online, der Messbericht des Jahres 2019.

Wie gewohnt waren wir auch dieses Jahr wieder im September im Auftrag des Österreichischen Alpenvereins am südlichsten Gletscher Österreichs, dem Eiskargletscher in den Karnischen Alpen unterwegs um dessen Längenänderung im Vergleich zum Vorjahr zu messen.

Nach den Frühlings- und Sommerbegehungen war bereits absehbar, dass der schneereiche Frühling den schneearmen Frühwinter sowie den warmen Sommer nicht kompensieren können wird.

Bei der Messung im September bot der Eiskargletscher somit wieder ein tristes Bild. Fast der gesamte Schnee des Winters 2018/19 als auch ein Großteil der Firnrücklagen aus dem Winter 2017/18 waren abgeschmolzen.

Der weitere Zerfall des Gletschers war offensichtlich, wobei sich dieser weniger in der Längenänderung als im deutlichen Massenverlust zeigte.

 

Das Gletscherhaushaltsjahr 2019/20 begann zunächst ebenfalls nicht wirklich vielversprechend. Der Oktober verlief trocken und recht mild und Anfang November sorgte ein erstes kräftiges Italientief für Starkregen statt für Starkschneefall. Aber der weitere November dürfte dann in die Messgeschichte eingehen. Bis zum 25.11.2019 kam es wiederholt zu teils sehr starken Schneefällen, wobei die Schneefallgrenze im Bereich des Eiskars nie über 2000m anstieg. Ingesamt dürften im November 2019 am südlichsten Gletscher Österreichs rund 6 bis 8m Neuschnee gefallen sein!

Damit ist in einem Monat fast soviel Neuschnee gefallen, wie im Schnitt in einer gesamten Wintersaison. Eine ausgezeichnete Grundlage für den weiteren Winter und den kommenden Sommer ist also gelegt.

30.10.2019 Dobratsch

Wenn's laft, dann laft's. Naja, irgendwann hat dann wohl jeder sein Wetterglück aufgebraucht. Aber selbst bei "schlechtem" Wetter kann man herrliche Stimmungen erleben. So geschehen bei einer Exkursion mit Studenten der Uni Klagenfurt. Der Termin stand fest und da man im Spätherbst nie sicher sein kann, ob nicht doch irgendwann der Winter Einzug hält, entschied ich mich, die Exkursion durchzuziehen. Nebel, gefrierendes Nieseln, leichte Graupel- und Schneeschauer begleiteten uns am Weg hinauf zun Gipfel. Oben angelangt waren wir plötzlich zwischen den Wolkenschichten und neben herrlichen Raueis- und Raureifformationen konnten wir auch spannende Sandwich-Ausblick über die angezuckerte Landschaft genießen. Fazit: Es gibt keine schlechtes Wetter, nur schlechte Einstellung :-)

21. - 27.10.2019 Bodental

Wenn's laft, dann laft's! Nachdem ich schon auf der Schleinitz sowie bei einer Uni-Exkursion zur Pasterze traumhaftes Wetter hatte, durfte ich auch bei einer Ausbildungswoche im Bodental eine Woche lang traumhaftes Wetter genießen. Neben bekannten Zielen wie dem Kosiak, der Bielschitza oder der Begunjščica war mit der Gratüberschreitung vom Selenitzasattel zum alten Loiblpass auch eine neue Tour für mich dabei. Bei schönem Herbstwetter kann man diese Tour in vollen Zügen genießen und im Gegenteil zu manch einem Klassiker in der Region trifft man bei dieser Wanderung nicht allzu viele Leute.

12.10.2019 Schleinitz via Nordostgrat

Wenn der große mit dem kleinen Bruder 2.019 Vol. 2. Nachdem wir zu Beginn des Sommers in einer flotten Partie den Dobratsch erklommen hatten, ging es dieses Mal deutlich gemütlicher zur Sache. Vom Debanttal aus erstiegen wir bei kitschig schönem Wetter über den Nordostgrat die Schleinitz, einen der Lienzer Hausberge. Beim Aufstieg erfreuten wir uns neben der netten Gesellschaft auch an den wunderbaren Granten (Preiselbeeren). Knapp unterm Gipfel kam dann auf der Nordseite des Grates bei einigen Zentimeter Neuschnee auch schon kurz Winterstimmung auf. Schon am Gipfel war diese dann aber wieder verflogen. Der Anblick des 50m tiefen Alkuser Sees, welchen wir beim Abstieg passierten, zauberte trotz des steilen Anstiegs zurück hinauf zum Trelebitschtörl ein Lächeln in unsere Gesichter. Die Ruhe am Törl selbst störten wir nur selbst durch einen Freudenjodler. Was soll man aber sonst bei solch einem herrlichen Tag und so einer traumhaften Umgebung auch sonst sagen?

20. und 21.9.2019 Bergwetterseminar

Das erste Bergwetterseminar war nicht zuletzt dank der tollen Teilnehmer ein voller Erfolg. Nach einem informationsreichen Wettervortrag am Freitagabend ging es bei fast wolkenlosem Himmel am Samstagvormittag auf den Oisternig. So manch ein Teilnehmer war wohl überrascht, wieviel man zum Thema Wetter in der Natur draußen sagen kann, auch wenn sich kaum eine Wolke am Himmel zeigt. Aber lieber bei strahlendem Sonnenschein als bei Dauerregen eine Bergtour machen. Zum Abschluss gab es auf der Feistritzer Alm noch einen Einkehrschwung.

Nochmals einen herzlichen Dank an die überaus motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie dem AV Villach für die Unterstützung.

Aufgrund des positiven Feedbacks sowie der zahlreichen weiteren Anfragen wird das Bergwetterseminar im nächsten Jahr wohl eine Fortsetzung finden.

(Foto: Die Gruppe des Bergwetterseminars (stehend) am Gipfel des Oisternig, (c) Bernhard Pichler- Koban)

3.9.2019 Hoher Sonnblick

Schon seit dem Winter fragte mich ein lieber Bekannter immer wieder, ob ich ihn einmal auf den Sonnblick begleiten möchte. Am 2.9.2019 wollten wir endlich Nägel mit Köpfen machen. Aber die Wetterprognose ließ uns Abstand von diesem Termin nehmen. Nur einen Tag später sollte es dann aber passen - und wie! Der Himmel über dem Sonnblick war strahlend blau, der Großglockner frisch angezuckert und über dem Salzburger Land lag eine Hochnebeldecke mit einer Obergrenze um 2900m. Ein fantastischer Tag für einen fantastischen Wetterberg!

Panorama vom Hohen Sonnblick nach Südosten
Panorama vom Hohen Sonnblick nach Südosten

30.8.-1.9.2019 Fuscherkarkopf- Mittlerer un Großer Bärenkopf- Hohe Dock

Seit Jahren schon schwebt mit eine Überschreitung von der Oberwalderhütte im Glocknergebiet zur Schwarzenbergerhütte hoch über Ferleiten vor. Denn durch den markanten Gletscherschwund ist diese Hochgebirgstour mittlerweile ohne Gletscherausrüstung durchführbar. Eine Anreise mit dem privaten PKW macht bei dieser Runde wenig Sinn, da man vom Zielpunkt (Ferleiten an der Glocknerstraße) öffentlich nicht zum Ausgangspunkt (Franz-Josefs-Höhe) gelangt. Also ging es mit dem Bus über Heiligenblut zur Franz-Josefs-Höhe und von dieser zur Oberwalderhütte. Am Weg dorthin nahmen wir noch den Fuscherkarkopf mit. Nach einer Nacht auf der Oberwalderhütte (seit 2019 neuer Pächter, sehr gutes Essen!) ging es zunächst im Nebel Richtung Mittlerer Bärenkopf. In rund 3250m stießen wir dann durch die Nebeldecke ins "Blaue". Die Freude war aber leider nur relativ kurz, denn schon am Weg zum Großen Bärenkopf holte uns der Hochnebel wieder ein. So mussten wir uns die grandiose Aussicht am Weg zur Hohen Dock leider selbst vorstellen. Dafür hat man am steilen Grat hinauf zum Gipfel nicht so genau gesehen, wie weit es links und rechts eigentlich hinuner geht. Am langen Weg ins Tal (~2200 Höhenmeter von der Hohen Dock bis Ferleiten) haben wir am halben Weg nochmals eine Übernachtung auf der Schwarzenberger Hütte eingelegt. Diese wird seit 11 Jahren im Wochenrythmus von ehrenamtlichen Pächtern bewirtschaftet. Zu guter Letzt ging es dann am 3. Tag ins Tal und mit dem Bus nach Zell am See. Nach einem Bad im Zeller See (man möchte ja andere Fahrgäste nicht über die Maßen geruchlich stören) brachte uns der Zug wieder zurück auf die Alpensüdseite.

Fazit: Wer gerne im Hochgebirge unterwegs ist, aber keine Gletscherausrüstung mitnehmen möchte, für den ist diese Runde ein Traum. Die Aussicht zum Glockner oder anderen 3000ern ist wunderschön und zwei ganz verschiedene Hüttenübernachtung hat man auch dabei. Einfach eine herrliche Runde!

6.8.2019 Golz von Weißbriach über Mittagsnock

Der Golz ist einer jener Gipfel in den Gailtaler Alpen, auf welchem ich bisher weder im Sommer noch im Winter war. Diese "Lücke" wollte ich nun endlich schließen. Der Aufstieg von Hermagor über die Radniger Alm hat mich aber nicht so sehr gereizt, deshalb wählte ich eine etwas längere Alternative. Von Weißbriach ging es über den Mittagsnock, die Naggler Alm und die Kohlröslhütte auf den Golz. Je länger die Tour wird, desto schöner wird auch die Aussicht, weshalb diese Höhenwanderung hoch über dem Gitschtal durchaus seinen Reiz hat. Nachdem die Busse von Hermagor unter der Woche mittlerweile (Stand 2019) wieder im Stundentakt ins Gitschtal fahren, gestaltet sich auch der Rückweg relativ einfach und flexibel.

Westpanorama vom Golz
Westpanorama vom Golz

16.7.2019 Spitzeck (Bad Bleiberger Erzberge)

Selbst die kleinsten und unscheinbarsten Bergtouren können manchmal für eine richtige Überraschung gut sein. Vor einigen Jahren war ich schon im Rahmen einer Überschreitung der Bleiberger Erzberge auf diesem kleinen Gipfel. Entweder ist er mir damals nicht aufgefallen oder es hat ihn noch nicht gegeben: Den Erdkühlschrank unmittelbar in Gipfelnähe. Ein liebevoll gebastelter Erdkühlschrank mit "frischem" Flaschenbier. Wer auch immer sich das hat einfallen lassen, es hat uns wahrlich zum Schmunzeln gebracht.

Eigentlich habe ich wieder einmal versucht ohne Auto von Villach aus eine Tour zu machen und so wurde es eine Bike'n'hike- Partie auf diesen netten Gipfel. Aktuell (Stand Juli 2019) ist aber der Klammweg von Mittewald über den Franz-Josef-Stollen hinauf zum Hof Maurer offiziell gesperrt. Der Aufstieg von Kadutschen hinauf ist dann aber problemlos möglich.

30.6.2019 Dobratsch via Lahner hinauf und übers Tor herunter.

Wenn der große mit dem kleinen Bruder 2.019, oder wie der kleine Bruder wieder einmal einsehen muss, dass er bezüglich Tempo am Berg zum großen Bruder nur ehrfürchtig aufblicken kann.

Relativ spontan hat es sich ergeben, dass ich zusammen mit meinem Bruder von Bad Bleiberg aus über den Alpenlahner auf den Dobratsch sind. Immerhin hat er mich mitgenommen, obwohl er etwas zügiger unterwegs sein wollte. Also musste ich mich schon sehr bemühen und bin dann doch recht rasch an meine Grenzen gestoßen. Während der große Bruder zwischendurch recht entspannt einen Fotostopp macht und zum Schluss ganz entspannt die 3km von Bleiberg Kreuth nach Bad Bleiberg joggt, schnaufe ich beim hinaufgehen wie eine alte Dampflok und stoße beim Rückweg im Tal bald an meine Grenzen. Aber trotzdem hat es viel Spaß gemacht und vielleicht gibt es ja noch ein großer mit kleiner Bruder 2.019 Vol. 2.

28.6.2019 Slizza Schlucht (aktuell gesperrt)

Vielleicht ist es der einen oder dem anderen bereits aufgefallen. Aber heuer versuche ich im Sommer möglichst viele Wanderungen mit Rad oder Zug durchzuführen. Aus diesem Grund bin ich dieses Mal mit dem Zug (samt Rad) nach Tarvis um mir ein Bild von der Slizza Schlucht zu machen. Die Schlucht liegt am Ostrand von Tarvis in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und ist grundsätzlich auch für  Kinder gut geeignet. Aktuell ist sie jedoch leider gesperrt, da die Steganlagen teils nicht mehr komplett in Takt sind. Angeblich soll der Weg aber gerichtet werden. Ab Herbst 2019 sollte sie jedoch wieder geöffnet sein.

Dann ging es noch weiter mit dem Rad nach Slowenien um ein wenig die Entfernungen Richtung Weißenfelser Seen oder Planica Tal abzuschätzen und zu schauen, ob zukünftige Touren dorthin mit Zug und Rad machbar sind. Zuletzt galt es noch den Wurzen von slowenischer Seite zu erklettern ehe es zurück ins Tal und auf einen Schwumm in die Gail ging. Bei 30 Grad Lufttemperatur bringen die 17 Grad Wassertemperatur eine herrliche Abkühlung...

18.6.2019 Kleiner und Großer Frauenkogel

Für die heurige Bergsaison habe ich mir vorgenommen möglichst viele Touren ohne Autounterstützung durchzuführen. Nach Bike'n'hike Touren auf den Schwarzkogel und das Dreiländereck ging es dieses Mal mit dem Rad "nur" zum Zug und mit diesem dann nach Rosenbach. Da ich im Besitz eines Klapprades bin, habe ich dieses im Zug mitgenommen und dadurch den Weg bis zum Kraftwerk am Beginn des Bärengrabens deutlich abgekürzt. Zu Fuß ging es dann den langen Graben hinein und hinauf auf den Kleinen Frauenkogel. Erst im oberen Bereich entfaltet diese Tour ihre Vorzüge. Die wunderschönen Almwiesen zwischen Kleinem Frauenkogel und Rosenkogel laden so richtig zum Genießen ein. Wenn man aber mit dem Zug anreist, sollte man auch immer die Zeit ein wenig im Auge behalten. Bei meinem ambitionierten Zeitplan musste ich bergab bis an meine Grenzen gehen und trotzdem ist es passiert, dass ich den Zug um 1 Minute verpasst habe. Naja, egal. Dank Taktfahrplan fährt ja jede Stunde eine S-Bahn. Also Pause machen und entspannen....

3.6.2019 Schwarzkogel Bike'n'hike

Nach der Eiskartour wollte ich das Auto nicht schon wieder zu einer Anreise für eine Bergtour nutzen. Also ging es von der Haustüre weg mit dem Mountainbike hinauf zur Baumgartner Höhe und dort bis an den Start des neuen Flowtrails. Wenige Meter weiter deponierte ich mein Rad und ging zu Fuß hinauf auf den Schwarzkogel. Nur rund 3 Wochen nach meiner letzten Schitour auf den Techantinger Mittagskogel fanden sich aufgrund des raschen Wetterwechsels hin zum Hochsommer nur mehr wenige Schneefelder und man gelangte schon fast ohne Schneekontakt bis zum Gipfel. Dort bot sich dann das gewohnt traumhafte Panorama: Im Süden grüßen die noch weißen Nordflanken der Julier, im Norden lockt der Faaker See. Nach dem raschen Abstieg ging es dann über den neuen wirklich nett zu fahrenden Flowtrail rasch hinab ins Tal und zurück nach Hause.

Und wieder einmal zeigt sich, dass man bei uns auch von der Haustüre weg, ohne Autounterstützung tolle Touren machen kann.

Panorama vom Schwarzkogel nach Norden. Ganz links der Dobratsch, im Tal Villach und der Faaker See und im Hintergrund die Nockberge
Panorama vom Schwarzkogel nach Norden. Ganz links der Dobratsch, im Tal Villach und der Faaker See und im Hintergrund die Nockberge

2.6.2019 1. Eiskarbegehung im Jahr 2019

Wie jedes Jahr waren wir auch heuer wieder rund um die Monatswende von Mai auf Juni am Eiskargletscher, dem südlichsten Gletscher Österreichs, unterwegs. Aufgrund der Frühjahrsschneefälle war die allgemeine Schneelage für die Jahreszeit überdurchschnittlich. Gerade nach schneereichen Wintern ist der Aufstieg ins Eiskar aber nicht ganz einfach. Steile schneegefüllte Rinnen sind ab- bzw. aufzusteigen oder zu queren. Dankenswerter Weise unterstützte uns dabei auch heuer wieder Klaus Hohenwarter von der Bergrettung Kötschach-Mauthen und wagte sich (natürlich am Seil gesichert) als erster über die Schlüsselstelle kurz vor dem Gletscher. Der erste Blick ins Eiskar selbst war dann durchaus positiv, denn der kleine Gletscher präsentierte sich tief winterlich. Nachdem wir den Aufstieg über weite Strecken noch mit Steigeisen absolviert hatten, wechselten wir am Gletscher auf Schneeschuhe. Denn ohne diese wären wir bei jedem Schritt bis über das Knie im weichen Frühjahrsschnee eingesunken. Die Stille am Gletscher wurde nur von den Nassschneelawinen unterbrochen, welche aus der Oberen Kellerwand auf den Gletscher niedergingen (vgl. Video).

Die Schneehöhensondierungen ergaben schließlich leicht überdurchschnittliche Werte (2.6.2019: 6,2m; Mittel der Messungen der letzten Jahre vom Zeitraum Ende Mai/ Anfang Juni: 5,4m). Aufgrund der erst spät im Winterhalbjahr einsetzenden Akkumuluation war die Schneedichte heuer jedoch deutlich geringer als letztes Jahr und dadurch waren auch die Sondierungen wesentlich leichter durchzuführen. Der wenig verfestigte Schnee  dürfte heuer  viel schneller abschmelzen als in anderen Jahren. Trotzdem ist bei  den derzeitigen Schneehöhen von teilweise über 10m davon auszugehen, dass zumindest an begünstigten Stellen am Gletscher der Schnee den Sommer überdauern dürfte. Und gerade auch die vom Abreißen bedrohnte Gletscherzunge könnte nochmals eine Schonfrist erhalten.

Man kann also gespannt sein, wie sich der Gletscher im weiteren Sommerverlauf präsentieren wird.

17.5.2019 Techantinger Mittagskogel (mit Schiern)

Die beiden Rinnen unterm Techantinger Mittagskogel ziehen wohl jeden Winter sehnsüchtige Blicke von Schitourengehern auf sich. Von Villach aus "muss" man sie an jedem schönen Tag anschauen, wohl wissend, dass der Weg dorthin sehr mühsam ist und eine Schibefahrung wohl nur ein Wunschtraum bleiben wird. Mein Freund Christoph von Chrisport wollte sich damit aber nicht zufrieden geben. "Ma, de schaun so geil aus, wann mach ma des?", kam wieder einmal die Frage. Die Anwtort lautet: "Morgen!" Faul wie wir sind, ging es schließlich mit den E-Bikes vom Karawankenfuß weg hinauf bis in 1400m Seehöhe. Dann die Schier noch rund 100 Höhenmeter getragen und ab dem unteren Ende der herrlichen Rinne war dann genug Schnee. In zunehmender Steilheit und schließlich durch eine teils nur mehr wenige Meter breite Rinne stiegen wir bis zum Grenzkamm und dem Gipfel hinauf. Die Abfahrt war im tiefen Frühjahrsschnee trotz der Steilheit kein Problem. Und wenn wir jetzt vom Tal aus hinaufschauen, dann kommen wir um ein Grinsen nicht umhin. Denn die Sehnsucht wurde gestillt....

14.5.2019 Gartnerkofel

Eigentlich hatte ich gar keine Schitour geplant, denn zunächst sah das Wetter nicht so verlockend aus. Aber dann tat sich plötzlich für den Dienstagvormittag ein Wetterfenster auf und mit dem Versprechen, dass wir zu Mittag zurück sind und wir unterwegs unsere "Brains stormen" würden, konnte ich meinen Cousin Georg Hohenwarter von drumps.at für eine kleine aber feine Maitour gewinnen. Normalerweise denkt man Mitte Mai ja nicht mehr an Schitouren auf Gipfel knapp über der 2000er Marke, aber heuer ist einfach alles anders. Und das wichtigste ist, wie ja wohl jeder weiß, dass man im Denken und Handeln flexibel bleibt. Also genossen wir die herrliche Maischitour auf den Gartnerkofel in vollen Zügen und kamen zurück mit zahlreichen Ideen für die bevorsteheden Aufgaben sowie einem tollen Video (danke Georg!!!).

24.3.2019 Glockner von 3 Seiten - 3. Tag Böses Weibel

Zum Abschluss eines wunderschönen Schitourenwochenendes wollten wir nochmals eine Genusstour machen, die nicht zu lange ist, aber doch eine lohnende Abfahrt bietet. So fiel unsere Wahl auf das Böse Weibel. Da die Standardabfahrt zurück zum Lucknerhaus jedoch nicht wirklich prickelnd ist, wählten wir die Abfahrtsvariante ins Lesachtal. Unsere Hoffnung, auf den schönen Südhängen guten Firn zu finden, erfüllte sich und somit hatten wir einen wunderbaren Ausklang eines genialen Schioutenwochenendes.

Vom Bösen Weibel hat man übrigens einen traumhaften Blick zur Glocknersüdseite. Damit war dann das Projekt Glockner von 3 Seiten in 3 Tagen auch abgeschlossen :-)

 

Mein Dank gilt einmal mehr meinen Begleitern, insbesondere Georg Hohenwarter für das Video!

23.3.2019 Glockner von 3 Seiten - 2. Tag: Graue Schimme

Nach der Tour auf den Stellkopf stellte sich die Frage, welcher Gipfel am 2. Tag in Angriff genommen werden sollte. Für den mittleren Tag hatten wir die längste Tour geplant und nachdem wir schon am Vortag Firn hatten, wäre auch Pulver eine Idee. Wo sollte man diesen aber bei einer 0°C-Grenze von 3000m finden? Zu suchen galt es ein schattiges hochgelegenes Kar. Nach langem Kartenstudium fanden wir schließlich das Nordwestkar hinauf zur Grauen Schimme. Und was soll man sagen? Von rund 1900m weg fanden wir schönen Pulver vor, durch den unsere "Spurmaschine" dankenswerter Weise eine schöne Aufstiegsspur zog. Der Lohn für alle drei Tourengeher war dann bei der Abfahrt gut 1000 Höhenmeter Pulver in einer traumhaften fast menschenleeren Umgebung!

Den Glockner gab es an diesem Tag von Westen. Bleibt für den dritten Tag nur mehr die Nord- oder Südseite übrig....

Wieder ein großer Dank an Georg Hohenwarter für das geniale Video, bei dem ich selbst beim 10. Mal anschauen noch eine Gänsehaut bekomme!

22.3.2019 Glockner von 3 Seiten - 1. Tag: Stellkopf

Eigentlich war für dieses Wochenende ein Schitourenausflug nach Nordtirol geplant. Da aber die halbe Mannschaft erkrankungsbedingt absagen musste, blieben wir im Süden und machten mit Basis in Lienz ein Brüder-Cousin-Tourenwochenende. Für die erste Tour entschieden wir uns als Ausgangspunkt für die Asten, denn als Tagestour ist die Anreise von Villach dorthin doch relativ weit. Da wir aber eh nach Lienz mussten, lag das Obere Mölltal also quasi am Weg. Außerdem war ich seit gut 20 Jahren im Winter dort nicht mehr unterwegs. Als Ziel haben wir uns gleich den höchsten Gipfel der Astener Tourenberge nämlich den Stellkopf ausgesucht. Und vom Gipfel aus sollten wir zum ersten Mal an diesem Wochenende den Großglockner sehen. Logischer Weise von seiner Ostseite. Zu unserer großen Überraschung waren wir übrigens trotz des traumhaften Wetters am Stellkopf alleine unterwegs. Erst bei der Abfahrt kamen uns ein paar Spätstarter entgegen. Auf den Anfang eines genialen Wochenendes wurde auf der Sonnenterrasse des Sadnighauses angestoßen.

Danke an Georg Hohenwarter für das super Video!

 

14.3.2019 Hochstuhl vom Bodental aus

Man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken. Also ging es dieses Mal mit der vollen Schitourenausrüstung am Rücken mit dem Rad zum Bahnhof. Damit war ich gleich einmal die Morgenattraktion. Dann mit dem Zug nach Klagenfurt und erst dort bin ich ins Auto umgestiegen und als Mitfahrer ins Bodental gefahren. Naja, immerhin 80km eingespart.

Die Tour selbst ist landschaftlich sehr schön, besonders das frisch angezuckerte Kar auf der slowenischen Seite strahlte etwas Magisches aus. Wer vom Tal weggehen und nicht tragen möchte, der muss sich heuer aber beeilen. Denn viel Schnee liegt im Bodental nicht mehr und die steile Querung auf der slowenischen Seite wird nun ebenfalls bald ausapern.

Auch wenn es kaum mehr Höhenmeter als vom Bärental aus sind, eine Hochstuhlbesteigung vom Bodenbauer weg ist doch deutlich länger.

Am Weg zum Bahnhof
Am Weg zum Bahnhof

Hoher Bolz 6.2.2019

Feste muss man feiern, wie sie fallen. Unter dieses Motto kann man wohl die aktuelle Schnee- und Wetterlage stellen. Wenn man dann noch dank netter Kollegen das Glück hat einen Tag frei nehmen zu können, dann steht einer herrlichen Schitour nichts mehr im Wege. Die Wahl fiel dieses Mal auf die Schattseite in der Teuchl. Und was soll man sagen? Es war perfekt. Die Luft relativ warm (was auf der Schattseite von Vorteil ist), aber trocken. Die Begleitung sehr nett. Der Pulver über mehr als 1000 Höhenmeter locker.

Herz, was willst du mehr?

Abfahrtsfreuden am Hohen Bolz
Abfahrtsfreuden am Hohen Bolz

15.-17.9.2018 Karnischer Höhenweg: Helm- Filmoor Standschützenhütte

Wenn ich in den letzten Jahren Mehrtagestouren plante, galt es meist in relativ kurzer Zeit zahlreiche Gipfel zu besteigen. Diesen Herbst waren die Vorgaben jedoch andere. Es galt eine schöne dreitägige Weitwanderung zu finden, welche am ersten Tag nicht einen reinen Hüttenaufstieg beinhaltet und auch in weiterer Folge einen eher gemütlichen Charakter aufweist. Fündig wurde ich im westlichen Teil des Karnischen Höhenwegs. Mit dem Zug ging es ganz entspannt nach Vierschach und von dort mit der Gondel hinauf auf den Helm. Damit war einmal gewährleistet, dass am ersten Tag kein reiner Hüttenaufstieg am Programm stand. Die Weitwanderung zur Obstanser See Hütte ist zwar nicht kurz, aber in Summe recht gemütlich. Der zweite Tag wurde dann mit der Besteigung der Großen Kinigat etwas alpiner, durch die Übernachtung auf der Filmoor Standschützenhütte aber relativ kurz gehalten. Zuletzt ging es noch über das Hocheck und die Öfenspitze hinab nach Kartitsch und von dort mit Bus und Bahn zurück.

In Summe eine herrliche Tour und das mit der besten Begleitung die man sich nur vorstellen kann!

18.5.2017 Johannisberg

Mut kann man sich nicht erkaufen und das oftmals nötige Glück auch nicht. Seit zwei Monaten hatten wir den 18.5.2017 als Termin fixiert, um unserem Senior den Wunsch zu erfüllen auf den Johannisberg zu gehen. An den Tagen vor der Tour kamen aber Zweifel auf: Hochnebelobergrenze und Temperaturen zu hoch. Ich entscheide mich aber trotzdem zur Durchführung der Tour und wir werden belohnt. Der Hochnebel verzieht sich mit unserer Ankunft auf der Franz-Josefs-Höhe und die kommenden sieben Stunden werden wir von strahlendem Sonnenschein begleitet. Das Ambiente ist gewaltig und die Abfahrt im oberen Teil perfekt, weiter unten dann weich, aber nicht bodenlos. In Summe hätten wir es von der Schneelage, den Verhältnissen und dem Wetter nicht besser erwischen können.

27.1.2017 100km Eisschnelllaufmarathon am Weißensee

Zum zweiten Mal nach 2015 nahm ich heuer an einem Eisschnelllaufmarathon am Weißensee teil. Da sich der Trainingsaufwand in Grenzen gehalten hatte, blieb es aber wie schon vor zwei Jahren "nur" beim 100er. Mehr als 1000 Sportler machten sich um 7h bei -15°C auf den Weg, der Wurm an Eisschnelläufern war mehrere Kilometer lang. Unser Ziel die 100km mit einem Schnitt von 30km/h zu absolvieren, haben wir zwar knapp verpasst, trotzdem war es ein toller Wettkampf und wer weiß, vielleicht geht es ja schon nächstes Jahr über die 200km...

Eisschnelllaufmarathon am Weißensee
Eisschnelllaufmarathon am Weißensee

13.8.2016 Jalovec

Seit langer Zeit schon habe ich den Wunsch in mir getragen endlich einmal das Matterhorn der Julier zu besteigen und endlich sollte dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Aber ganz so einfach war es dann auch wieder nicht. Beim Start in Planica stellt einer meiner beiden Begleiter fest, dass seine Bergschuhe zu Hause geblieben waren. Erste Frage: Kann man den Jalovec auch mit Turnschuhen erklimmen? Zumindest kann man es probieren. Am Weg zum Tamar Haus fällt mir auf, dass ich meine Jause zu Hause vergessen hatte, aber zumindest eine süße Stärkung und genug Flüssigkeit hatte ich mit, also weiter. Kurz vorm Einstieg zum Klettersteig unter der Jalovška škrbina hatte der zweite "bebergschuhte" Begleiter genug. Ihm ist der Gschröfhaufen" nicht geheuer. Also ging es zu zweit weiter Richtung Gipfel, welchen wir dann auch ohne Probleme erreichten. Kurz vor dem Erklimmen des höchsten Punktes war uns sogar ein kurzer Blick zum Meer vergönnt. Der Weg zurück ins Tal ist lange, aber das beim Tamar Haus deponierte Mountainbike und ein Laško pivo erleichterten den Rückweg nach Planica ungemein. Fazit: Lange Tour durch viel Geschröf, aber trotzdem schön.

4.8.2016 Oisternig über die Aussicht

Stabile Tage sind in diesem Sommer ja eher selten. Also habe ich einen dieser Tage genutzt um zumindest eine kleine Wanderung zu machen. Aber klein liegt immer im Auge des Betrachters und für meine Begleiterin war es ihre bisher "alpinste" Tour. Die Aussicht vom Oisternig in die nahen Julier ist immer wieder herrlich und bei beiden Wanderern war die Freude nach dem Erreichen des Ausgangspunktes (Feistritzer Alm) groß.

Während wir die Julier betrachten, betrachtet der Sonnenhut uns :-)
Während wir die Julier betrachten, betrachtet der Sonnenhut uns :-)

6.1.2015 Meerblick von der Forca Sopra Poviz

Die aktuelle Schneelage in den Südalpen lässt ja nur wenige lohnende Schitouren zu. Aus diesem Grund wählten wir neuerlich das Gebiet rund um den Sella Nevea, wo man schattseitig die Piste des Schigebiets für eine Abfahrt bis ins Tal nutzen kann. Der Aufstieg über den Kriegssteig ist problemlos machbar. Nur an zwei Stellen empfiehlt es sich die Schier kurz abzuschnallen. Im freien Gelände liegt genug aber nicht viel Schnee. Während ein Aufstieg zur Forca Sopra Medon kaum möglich ist, kann man die Forca Sopra Poviz mit Schiern erreichen. Der Blick nach Süden war an diesem Tag traumhaft. Im Golf von Triest konnte man mit freiem Auge die großen Schiffe erkennen. Mit etwas Zoom schaut das dann so aus:

Blick von der Forca Sopra Poviz zum Golf von Triest
Blick von der Forca Sopra Poviz zum Golf von Triest

24.-26.8.2014 Hochkönigüberschreitung

Seit Jahren schon möchte ich endlich einmal auf den Hochkönig gehen und fast hätte ich es auch heuer wieder nicht geschafft. Den ersten Termin mussten wir aufgrund des schlechten Wetters absagen und beim zweiten möglichen Termin hätten wir uns fast für eine Durchquerung der Julier entschieden. Aber nach genauer Studie der Wetterlage ergab sich ein Zeitfenster zwischen Sonntagnachmittag und Dienstagfrüh mit einem fantastischen Montag dazwischen. Bei Schneeregen ging es über den Radstädter Tauern zum Arthurhaus am Fuße des Hochkönigs, wo es bereits trocken war. Die Wolkenuntergrenze stieg im Gleichschritt mit uns höher und erst in 2800m tauchten wir in den Nebel ein. Am nächsten Morgen dann die große Erleichterung: Strahlendster Sonnenschein. Mit uns genießen 4 weitere Übernachtungsgäste den Sonnenaufgang. So nehmen wir die 10h Richtung Riemannhaus bestens gelaunt in Angriff und kommen dort fast 9h später auch zufrieden aber doch etwas müde an. Dienstagfrüh geht es dann schon im Morgengrauen wieder talwärts, wo wir mit den ersten Regentropfen auch ankommen und uns vom Wanderbus zurück zum Arthurhaus bringen lassen. Fazit dieser gewaltig Tour: Wer nicht risikiert, der nicht gewinnt.

12.7.2014 Sella Ursic-Kaningletscher

So etwas macht man nicht allzu oft in seinem Leben! Mein Vater hat eine ähnliche Schitour am Tag genau vor 36 Jahren durchgeführt und heute waren wir gemeinsam unterwegs. Als erste Gäste der Sommersaison fahren wir mit der Kaningondel bis zum Rif. Gilberti und schnallen unmittelbar hinter der Hütte die Schier an. Einmal heißt es kurz über eine apere Stelle tragen, der Rest geht durchwegs auf Schnee bis zum Sella Ursic! Auf der Westseite des Sattels apert eine Felschwelle hinunter zum Kaningletscher aus, sodass wir am 12.7.2014 auf etwa 20 Höhenmeter nur mehr ein 2 bis 10m breites Schneeband vorfanden. Dann geht es aber wieder ohne Probleme bis in den weiten Kessel am Fuße des Kaningletschers und über diesen zurück hinauf zum Sella Ursic. Zuletzt noch die Abfahrt zum Rif. Gilberti. Schnee liegt teils noch extrem viel, das Schifahren ist aufgrund der sommerlichen Struktur des Schnees recht anstrengend, geht aber sehr gut. Für die erste Julischitour meines Lebens eigentlich perfekt!

Hier kann man heuer wohl den ganzen Sommer über Schitouren gehen! Der Prevala-Kessel am 12.7.2014
Hier kann man heuer wohl den ganzen Sommer über Schitouren gehen! Der Prevala-Kessel am 12.7.2014

11.3.2014 Oisternig Süd-Nordwest

Viel Schnee verlangt nach außergewöhnlichen Touren. Durch einen Tipp haben wir erfahren, dass es auf der Nordwestseite vom Oisternig noch Pulver geben soll. Nachdem wir die Nordwestflanke vom Oisternig heuer sowieso noch machen wollten, hielt uns jetzt also wirklich nichts mehr davon ab. Da der viele Schnee aber auch eine herrliche Firnabfahrt über die Südflanke erlaubte, mussten wir heute zwei Mal auf den Gipfel. Der Genuss wurde aber perfekt, als wir auf der Nordwestseite tatsächlich noch Pulver und ebenso feinsten Firn vorfanden!

Anbei ein kleines Video:

23.2.2014 Mirnock

Nachdem die Tage mit Schönwetter im Süden in letzter Zeit eher rar waren, zog es heute scheinbar halb Kärnten auf die Berge. Nachdem wir am 22.2.2014 wieder einmal am Dobratsch unterwegs waren, und dort im Pulver fast versunken sind, peilten wir für den kommenden sonnigen Tag einen Gipfel mit etwas weniger Schnee an. Am Mirnock wurden all unsere Erwartungen erfüllt. Vom Spieler (letzter Hof) weg viel Schnee und etwa 15 bis 25cm Pulver auf einer ganz gut tragfähigen Unterlage. Obwohl vor uns schon zahlreiche Schitourengeher talwärts geschwungen waren, fanden wir etwas abseits traumhafte Hänge.

 

Vielen Dank an meine Ausrüstungssponsoren:

Perfektes Rundumtraining
Perfektes Rundumtraining